<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>game0ver! &#187; Zensur</title>
	<atom:link href="http://liquidsnake.consolepower.net/tag/zensur/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://liquidsnake.consolepower.net</link>
	<description>Yet another gamer&#039;s weblog...</description>
	<lastBuildDate>Sun, 17 Jul 2011 11:10:23 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator>
		<item>
		<title>Rezensionszensur bei Amazon &#8211; doch kein Mythos?</title>
		<link>http://liquidsnake.consolepower.net/2010/03/19/rezensionszensur-bei-amazon-doch-kein-mythos/</link>
		<comments>http://liquidsnake.consolepower.net/2010/03/19/rezensionszensur-bei-amazon-doch-kein-mythos/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 19 Mar 2010 01:36:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>LiquidSnakE</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Amazon]]></category>
		<category><![CDATA[Epic Fail]]></category>
		<category><![CDATA[Ubisoft]]></category>
		<category><![CDATA[Uplay]]></category>
		<category><![CDATA[Zensur]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://liquidsnake.consolepower.net/?p=831</guid>
		<description><![CDATA[Wer mich kennt, weiß: ich bin kein Freund hysterischer Verschwörungstheorien. Mein Host, &#8216;Polit-Aufdecker&#8217; Lars Haise, kann das anhand von manch zynischem Eintrag in seinem Weblog bestätigen. Aus diesem Grund habe ich lange nicht an die &#8216;große, böse&#8217; Rezensionszensur beim Shopping-Giganten Amazon geglaubt. Mittlerweile wurde ich eines besseren belehrt, denn sie scheint tatsächlich zu existieren. Viermal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer mich kennt, weiß: ich bin kein Freund hysterischer Verschwörungstheorien. Mein Host, &#8216;Polit-Aufdecker&#8217; Lars Haise, kann das anhand von manch zynischem Eintrag in seinem <a title="lars-haise.de :: WEBLOG" href="http://www.lars-haise.de/" target="_blank">Weblog</a> bestätigen. Aus diesem Grund habe ich lange nicht an die &#8216;große, böse&#8217; Rezensionszensur beim Shopping-Giganten Amazon geglaubt. Mittlerweile wurde ich eines besseren belehrt, denn sie scheint tatsächlich zu existieren.<span id="more-831"></span></p>
<p>Viermal habe ich versucht, eine Rezension zur viel kritisierten PC-Version von <a title="Assassin&amp;#39;s Creed 2 (D1 Version): Pc: Amazon.de: Games" href="http://www.amazon.de/Assassins-Creed-2-D1-Version/dp/B002D5LTOQ/" target="_blank">Assassin&#8217;s Creed II</a> einzustellen, viermal wurde sie ohne Angabe eines Grundes gelöscht. Dabei habe ich mich (abgesehen von der Länge) zweifelsohne an die Nutzungsbestimmungen für Rezensenten gehalten: ich ging nicht (wie viele andere, die sich auf das DRM versteiften) zu stark offtopic, kritisierte nicht nur den Onlinezwang, sondern verlor einige (lobende!) Worte über das Spiel an sich, mein Kommentar war sachlich und nicht beleidigend, auch unterließ ich den Bezug auf andere Rezensionen &#8211; bizarr. Meinungsfreiheit, Amazon&#8230;?</p>
<p>Nachfolgend meine geschriebene Rezension, die ich glücklicherweise gesichert habe:</p>
<p><em>In meinen Augen war &#8216;Assassin&#8217;s Creed II&#8217; das beste Spiel 2009. Als Besitzer beider HD-Konsolen habe ich es mir als erstes für die Xbox 360 zugelegt und durchgespielt. Trotz der wirren, teils widersprüchlichen Story und seiner Side Quests, die zwar deutlich abwechslungsreicher als beim ersten Teil sind, mir aber dennoch nach einigen Stunden (und Städten) zu monoton wurden, machte das Spiel Spaß und bot zusätzlich eine superbe deutsche Vertonung (was alles andere als alltäglich ist), die selbst einen Skeptiker wie mich dazu bewog, die Geschichte rund um Desmond und seinen Vorfahren, Ezio Auditore da Firenze, auf Deutsch statt wie sonst auf Englisch zu durchleben. Da ich bei &#8216;Assassin&#8217;s Creed&#8217; die Erfahrung gemacht habe, dass die PC-Version wesentlich besser als beide Konsolenfassungen ist, hatte ich vor, die Black Edition für den PC kaufen. Da ich mir erst letzten Sommer einen komplett neuen PC gegönnt habe, war ich davon überzeugt, es im vollen grafischen Glanz genießen zu können. Leider sah ich mich kurz vor Veröffentlichung gezwungen, meinen Preorder zu stornieren &#8211; dank des neuen DRM-Systems von Ubisoft.</em></p>
<p><em>&#8216;Uplay&#8217; &#8211; so der Name von Ubisofts neuem Online-Dienst &#8211; setzt zum Spielen eine ständige Internetverbindung voraus. Wie schön. Ich habe schon mit SecuROM bzw. Steam gesicherte Software boykottiert oder, wenn überhaupt, nur für 10 Euro aus der Grabbelkiste gefischt, weil ich nicht einsehe, ein Singleplayer-Spiel online zu aktivieren &#8211; und jetzt soll ich sogar permanent online bleiben, um spielen zu können? Doch damit nicht genug: Spielstände werden nicht länger auf der Festplatte, sondern auf den Servern von Ubisoft gespeichert. Verliert man die Verbindung &#8211; egal, ob die eigene Leitung streikt oder Ubisofts Server unerreichbar sind &#8211; kann man also nicht speichern und verliert möglicherweise Stunden an Fortschritt. Besser noch, man kann in diesem Fall nicht einmal weiterspielen. Bei fehlender Verbindung pausiert das Spiel und versucht, sich erneut bei Uplay anzumelden. Misslingt dies, kehrt man zu Windows zurück. Grandios.</em></p>
<p><em>Als diese Details bekannt wurden, konnte ich schon erahnen, in welche Richtung PC-Spiele wohl künftig gehen werden. Erst EA, jetzt Ubisoft &#8211; who&#8217;s next? Natürlich werden die bösen Schwarzkopierer wie gewöhnlich als Grund für das restriktivste DRM-System aller Zeiten vorgeschoben, allerdings hat die Implementierung von Uplay für den Publisher auch andere Vorzüge:</em></p>
<p><em>1) Es ermöglicht die Errichtung eines Parallelsystems zu Steam, da vereinfachte digitale Distribution eines der Dinge ist, die Ubisoft dem Verbraucher als &#8220;Vorteil&#8221; zu verkaufen versucht.</em></p>
<p><em>2) Einschränkung / Elimination von Mods: bisher ist darüber noch nichts bekannt, allerdings könnte Ubisoft, um die Verbreitungsrate ihres DLC zu erhöhen, Benutzern mit modifizierten Spieldateien einfach die Anmeldung bei Uplay verweigern &#8211; natürlich unter dem Vorwand, es sei eine Vorsichtsmaßnahme, um Cracks oder illegal bezogene Inhalte (wie aus Tauschbörsen heruntergeladener DLC, der anschließend mit einem legalen Spiel benutzt wird &#8211; das funktionierte u.a. bei &#8216;Fallout 3&#8242; bekanntlich wunderbar, weil der Key-Code des Hauptspiels schließlich in Ordnung ist) unbrauchbar zu machen&#8230;</em></p>
<p><em>3) Auslotung der Schmerzgrenze: wie viel sind die Gamer bereit, für die Nutzung von Ubisoft-Spielen zu erdulden? Wie kommt permanenter Onlinezwang an? Wie lassen sich Inhaltskontrolle und Umsatz am besten maximieren?</em></p>
<p><em>4) Die AGB von Uplay können jederzeit beliebig erweitert oder angepasst werden. Die Spieler sind gezwungen, sie zu akzeptieren, wenn sie ihr gekauftes Produkt weiterhin nutzen möchten. Entschließt sich Ubisoft beispielsweise irgendwann, Nutzerprofile zu Marketingzwecken zu erstellen, hat man die Wahl: 50 Euro in den Wind geschossen zu haben, oder die geänderten AGB zu akzeptieren&#8230;</em></p>
<p><em>Viele Kritiker müssen sich u.a. hier auf Amazon von Käufern des Spiels gefallen lassen, sie wären Schwarzseher und dass sie, auch wenn sie Recht hätten, eh nichts gegen die laufende Entwicklung tun könnten. Beides entspricht nicht der Wahrheit. Jeder kann etwas dagegen tun: unterschreibt keine unwichtigen Petitionen, vergesst beschweren im offiziellen Forum, all das interessiert Ubisoft letztendlich nicht (wie man sieht, da, laut Vertretern von Ubisoft, ohnehin mit Protest gerechnet wurde &#8211; toll, da fühlt man sich gleich ernst genommen&#8230;) &#8211; stimmt mit eurem Portemonnaie! Kein Geld für mit Uplay infizierter Software bedeutet keine Unterstützung für die weitere Gängelung von ehrlichen PC-Spielern &#8211; es hat bei SecuROM 7 mit Produktaktivierung funktioniert, das man Branchengiganten wie EA oder Ubisoft durch Boykott erfolgreich &#8220;ausgeredet&#8221; hat, es kann auch hier funktionieren. Leider scheint ein Großteil der Gamer zu resignieren und bereit zu sein, für ihre Unterhaltung Opfer in Kauf zu nehmen &#8211; die bislang zufriedenstellenden Verkaufszahlen von &#8216;Assassin&#8217;s Creed II&#8217; sind der Beweis. Nennt mich ruhig einen Pessimisten, doch glaubt mir, blind zu kaufen ist der falsche Weg. So tut ihr dem Hobby, das ihr angeblich liebt, jedenfalls einen Bärendienst&#8230;</em></p>
<p>Natürlich ist Amazon in erster Linie ein Unternehmen, kein Rezensionsportal, und möchte als solches das Produkt ungeachtet seiner Mängel verkaufen. In dem Fall sollten die Betreiber allerdings aufhören, so zu tun, als sei ehrliche Kritik &#8211; und damit meine ich keinen 1-Stern-Einzeiler, die ohnehin niemand ernst nimmt &#8211; erwünscht&#8230;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://liquidsnake.consolepower.net/2010/03/19/rezensionszensur-bei-amazon-doch-kein-mythos/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Ground control to Major Tom &#8230;</title>
		<link>http://liquidsnake.consolepower.net/2009/06/12/ground-control-to-major-tom/</link>
		<comments>http://liquidsnake.consolepower.net/2009/06/12/ground-control-to-major-tom/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 12 Jun 2009 20:08:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>LiquidSnakE</dc:creator>
				<category><![CDATA[As seen on TV]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[PSP Go!]]></category>
		<category><![CDATA[Steam]]></category>
		<category><![CDATA[Valve]]></category>
		<category><![CDATA[Verbot]]></category>
		<category><![CDATA[Zensur]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://liquidsnake.consolepower.net/?p=117</guid>
		<description><![CDATA[Sehr schön. Offenbar sollen in Deutschland die geplanten Internetsperren auch auf &#8216;Killerspiele&#8217; ausgeweitet werden &#8211; zumindest, wenn es nach dem CDU-Bundestagsabgeordneten Thomas Strobl geht. Wie seine Pläne genau aussehen, verriet er der Berliner Zeitung nicht &#8211; von der Sperrung &#8216;böser&#8217; Shop-Artikel bei Direct2Drive oder Steam bis zur Blockierung der Multiplayer-Server angeblich jugendgefährdender Spiele (die in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sehr schön. Offenbar sollen in Deutschland die geplanten Internetsperren auch auf &#8216;Killerspiele&#8217; <a title="CDU-Bundestagsabgeordneter erwägt Internetsperren für Online-Gewaltspiele" href="http://www.heise.de/newsticker/CDU-Bundestagsabgeordneter-erwaegt-Internetsperren-fuer-Online-Gewaltspiele--/meldung/140273" target="_blank">ausgeweitet</a> werden &#8211; zumindest, wenn es nach dem CDU-Bundestagsabgeordneten <a title="Offizielle Webpräsenz" href="http://www.thomas-strobl.de/" target="_blank">Thomas Strobl</a> geht. Wie seine Pläne genau aussehen, verriet er der Berliner Zeitung nicht &#8211; von der Sperrung &#8216;böser&#8217; Shop-Artikel bei Direct2Drive oder Steam bis zur Blockierung der Multiplayer-Server angeblich jugendgefährdender Spiele (die in Rest-Europa von der <a title="Offizielle Webpräsenz" href="http://www.pegi.info/" target="_blank">PEGI</a> teilweise ab 12 bzw. 16 Jahren freigegeben wurden, dertartig jugendgefährdend also nicht sein können &#8230;) wäre alles denkbar. Einen positiven Effekt hat dieses &#8216;Outing&#8217; allerdings: Es sensibilisiert das deutsche Spielervolk vielleicht *endlich* für die Problematik reiner Online-Distribution.<span id="more-117"></span></p>
<p>Ich bin leidenschaftlicher Spieler seit Jahrzehnten und besitze zwar keine gigantische, aber doch eine ansehliche Sammlung. Folglich habe ich prinzipiell lieber etwas &#8216;im Regal stehen&#8217;, was Grund genug ist, Angeboten wie Valves Steam-Client mit Skepsis zu begegnen. Anfangs hielt ich Steam für eine Modeerscheinung, die ebenso rasch wieder verschwinden würde, wie sie ihren Siegeszug antrat &#8211; Fehlanzeige! Über Steam wird ein Spiel heutzutage oftmals erfolgreicher als über konventionelle Retailer an den Mann oder die Frau gebracht. Die Steam-Community boomt. Dutzende Gamer erweitern täglich via Steam ihr Reportuare &#8211; ob ihnen bewusst ist, was sie damit bewirken?</p>
<p>Zum einen tragen sie &#8211; bewusst oder nicht &#8211; zur Veränderung das Erscheinungsbild des Computerspiels von einer langzeitlichen Investition hin zu einem kurzlebigen Wegwerfprodukt bei. Wenn Steam einen Titel plötzlich nicht mehr anbieten, ist er futsch &#8211; zusammen mit dem dafür bezahlen Geld. &#8220;Ist egal&#8221;, kommentiert der Steam-Kunde, &#8220;in ein paar Jahren kräht eh kein Hahn mehr danach&#8221;. Gaming-Veteranen könnten meinen, solch eine Aussage käme höchstens von der jungen Generation, die mit Steam und Co. aufwächst &#8211; falsch! Viele der früheren Retail-Käufer haben den neuartigen Weg der Verbreitung mit offenen Armen willkommen geheißen, denn er war einfach, unkompliziert und ließ sich bequem von zuhause begehen. Für mich ist diese Denkweise nicht nachvollziehbar &#8211; nicht nur aufgrund meiner Sammelleidenschaft.</p>
<p>Einige meiner Lieblingsspiele sind mehr als zehn Jahre alt, darunter die <em>Donkey Kong Country</em>-Reihe, <em>Snatcher</em>, <em>Resident Evil 2</em> und <em>Metal Gear Solid</em>. Ich spiele eines davon &#8211; und seit ich meine PlayStation Portable umgeflasht habe sogar alle, Emulation sei Dank &#8211; zumindest alle paar Monate. Das ist kein hohler Idealismus, sondern die Wahrheit: Ich liebe diese Spiele und verbinde mit ihnen bestimmte Phasen meines Lebens, meiner Jugend, meiner Kindheit. Natürlich sind heutige Spiele in vielerlei Hinsicht besser, vor allem in technischer, das macht Klassiker aber nicht weniger wertvoll. Jedes dieser Spiele ist, im Maßstab seiner Ära betrachtet, elitär &#8211; zumindest für mich. Bereits aus diesem Grund wäre es mir unmöglich, einfach zu akzeptieren, dass sie verschwinden, wenn eine Firma beschließt, die Server vom Netz zu nehmen. Das ist es aber, was heutigen Titeln, die ausschließlich online vertrieben werden, blüht: Das digitale Aussterben. Sofern sich kein neuer (legaler) Vertriebsweg findet, jedenfalls.</p>
<p>Ein anderer Grund für meine Skepsis wiegt mindestens so schwer: Entmündigung des Kunden durch Fremdbestimmung.</p>
<div id="attachment_469" class="wp-caption aligncenter" style="width: 300px"><a href="http://liquidsnake.consolepower.net/wp-content/uploads/2009/06/imageview03.jpg"><img src="http://liquidsnake.consolepower.net/wp-content/uploads/2009/06/imageview03-290x300.jpg" alt="Deutsche müssen draussen bleiben!" title="stoppschild" width="290" height="300" class="size-medium wp-image-469" /></a><p class="wp-caption-text">Deutsche müssen draussen bleiben!</p></div>
<p>Deutsche Nutzer von Steam wurden damit vermutlich bereits konfrontiert: Valve bestimmt, was gespielt werden &#8216;darf&#8217; bzw. wofür &#8211; für welche Fassung &#8211; Deutsche ihr Geld ausgeben. Damit der Jugendschutz nicht unterlaufen wird, führte Valve eine IP-Sperre für Steam ein &#8211; deutsche Kunden können nur im deutschen Steam-Shop kaufen und nur deutsche Versionen von den Steam-Servern herunterladen. In den deutschen Steam-Shop gelangt nur, was von der USK erfolgreich gekennzeichnet wurde. Erscheint ein Spiel nicht in Deutschland, gibt es folglich keine Möglichkeit, es über Steam zu beziehen. Erscheint es hingegen in zensierter Form, ist für User mit deutschem Provider auch nur diese Version verfügbar. Fazit: Nimmt die digitale Distribution überhand, findet &#8211; zumindest in Ländern wie Deutschland oder Australien &#8211; eine Bevormundung erwachsener Bürger statt, die ihresgleichen sucht.</p>
<p>Können oder wollen die Verteidiger von Steam diese Unzumutbarkeit nicht sehen? Ist es ihnen egal? In Anbetracht des <a title="UK-Version nicht aktivierbar! (Steam-THQ-Unsinn, die X.te)" href="http://forum.thq.de/viewtopic.php?t=15167" target="_blank">Saints Row 2-Skandals</a>, bei dem über Steam in Deutschland einzig die USK-geprüfte, schwer zensierte Fassung aktiviert werden kann (der Importversion wird die Aktivierung verweigert), ist das schwer vorstellbar. Warum kaufen sie aber trotzdem nach wie vor fleissig im Steam-Shop ein?</p>
<p>Der erste Schritt in Richtung reiner Online-Distribution ist jedenfalls gemacht. Im Konsolensektor spielt Sony dabei eine Vorreiterrolle, indem sie testet, wie weit der ausschließliche Bezug von Spielen als Download von der Kundschaft toleriert wird. Erste Experimente sind <em>Siren: Blood Curse</em> und <em>Patapon 2</em>, die in verschiedenen Teilen der Welt entweder als Retail-Medium oder Download erworben werden können. Und nun erscheint demnächst die <a title="PSP Go!: Offiziell angekündigt, Preis ist eine Frechheit" href="http://gamgea.com/2009/06/02/e3-2009-psp-go-offiziell-angekuendigt-preis-ist-eine-frechheit/" target="_blank">PSP Go!</a> &#8211; ein Handheld, der sich alleine auf Online-Distribution verlässt. Ich würde mir ja ein Scheitern von Sonys Plänen wünschen, aber das iPhone beweist, dass Videospiele in den Köpfen nicht aller, aber vieler Menschen tatsächlich zu Wegwerf-Unterhaltung verkommen sind &#8230;</p>
<p>Nachdem ich mich ein wenig ausgeheult habe, möchte ich zum eigentlichen Thema zurückkehren: Dieter Wiefelspütz&#8217; glorreicher Anregung, die Internetsperren doch auf &#8216;Killerspiele&#8217; auszuweiten. Sie bringt vor allem eine Person in eine ungünstige Lage: die deutsche Familienministerin Zens&#8230; &#8211; Ursula von der Leyen. Die hat nämlich erst vor kurzem Bedenken ihrer zahlreichen Kritiker zu zerstreuen versucht, die der deutschen Bundesregierung die geplante Etablierung einer Zensurinfrastruktur für das relativ freie Internet bescheinigten. Auf der einen Seite muss sie die Linie ihrer Partei halten &#8211; die <a title="&quot;Killerspiele stehen auf einer Stufe mit Drogen und Kinderpornografie&quot;" href="http://www.heise.de/tp/blogs/6/135602" target="_blank">Ansichten</a> der Union gegenüber &#8216;Killerspielen&#8217; ist allgemein bekannt -, auf der anderen Seite aber kann sie sich nicht leisten, an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Schließlich wäre da auch noch das vor allem Unionspolitikern in letzter Zeit höchst lästige Grundgesetz (inklusive <a title="Schäuble: Karlsruhe bei Onlinedurchsuchung nicht kompetent " href="http://www.golem.de/0903/65839.html" target="_blank">Verfassungsgericht</a>). &#8220;Eine Zensur findet nicht statt&#8221; &#8211; das tut sie durchaus, wenn bei reiner Online-Distribution Erwachsenen gezielt Waren vorenthalten werden, die von Gesetzeswegen her nicht illegal sind (sofern sie nicht gegen das StGb verstoßen). Ich bin allerdings nicht der einzige, dem diese Entwicklung Sorgen bereitet &#8211; auf Ursula von der Leyens <a title="direktzu.de/Ursula von der Leyen" href="http://www.direktzu.de/vonderleyen/" target="_blank">DirektZu-Portal</a> fordert Gregor Ottmann die Ministerin auf, <a title="Online-Vertrieb indizierter Medien" href="http://www.direktzu.de/vonderleyen/messages/21262" target="_blank">offen Stellung zu beziehen</a>. Ich erhoffe mir davon aber nur wenig, denn fachkundige Aussagen &#8211; oder gar Einsicht &#8211; sind keine Stärken von Frau von der Leyen, wie andere Beiträge zu ähnlichen Themen beweisen.</p>
<p>Das grundsätzliche &#8216;Verständigungsproblem&#8217; zwischen volljährigen Gamern und der Ministerin wird an dieser Stelle besonders deutlich: <a title="Jugendschutz oder Erwachsenen bevormundung?!" href="http://direktzu.de/vonderleyen/messages/20122" target="_blank">Jugendschutz oder Erwachsenen bevormundung?!</a></p>
<p>Abgesehen von seiner furchtbaren Grammatik fand ich Herr Regalos Nachricht gelungen. Die Essenz von Frau von der Leyens Antwort lässt sich jedoch in einem einzigen Satz zusammenfassen:</p>
<blockquote><p>Für mich als Familienministerin jedenfalls hat der Schutz von Kindern und Jugendlichen ganz klar oberste Priorität.</p></blockquote>
<p>Das ist der springende Punkt: Es ist von der Leyen egal, welche Opfer erwachsene Spieler zu bringen haben &#8211; völlig ungefragt, prinzipiell ungehört.</p>
<p>Ich kann mir schon denken, wie ihr Kommentar zu Herr Ottmanns gut gemeinter Anfrage lauten wird: Natürlich wird sie den schwarzen Peter den Firmen zuscheiben. Sie wird argumentieren, dass der Anbieter der jeweiligen Verkaufsplattform die Identität seiner Kunden durch Verfahren wie PostIdent prüfen könnte und dem Anbieten erwachsenengerechter Unterhaltung damit nichts im Weg stünde &#8211; wohl wissend, dass dies zwar in der Theorie zutreffend, in der Realität hingegen völliger Schwachsinn ist.</p>
<p>Von der PSP Go! ausgehend: Sonys PlayStation Network umfasst Millionen Teilnehmer &#8211; der logistische Aufwand, der entstünde, würde man die Volljährigkeit einzelner Mitglieder prüfen, stünde in keiner Relation zu dem aus Downloads in Deutschland erzielten Gewinn &#8211; von den allfälligen Rechtsunsicherheiten, die mit einer Indizierung einhergehen, einmal abgesehen. Allerdings entspräche ein solcher Kommentar streng genommen der Wahrheit: 18+-Medien <strong>könnten</strong> online vertrieben werden, kein Gesetz würde dies verhindern. Trotzdem werden Publisher die allseits verteufelte &#8216;Killerspiele&#8217; in Deutschland nicht einmal mit der Kneifzange anfassen &#8211; wie es bereits jetzt der Fall ist, siehe die Markplätze auf Xbox Live oder dem PlayStation Network &#8211; und damit eine subtile, doch offensichtliche Zensur ausgeübt, die juristisch betrachtet keine ist. Ich finde das genial &#8211; soetwas kann wirklich nur aus Deutschland kommen. Unsere heimischen Politiker sind <a title="Fekter: Online-Durchsuchung gegen Amokläufe" href="http://futurezone.orf.at/stories/1603528/" target="_blank">viel zu einfallslos</a> &#8230;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://liquidsnake.consolepower.net/2009/06/12/ground-control-to-major-tom/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

