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	<title>game0ver! &#187; Japan</title>
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	<description>Yet another gamer&#039;s weblog...</description>
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		<title>&#8220;The question is how bad do you want it?&#8221;</title>
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		<pubDate>Sat, 30 May 2009 03:16:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>LiquidSnakE</dc:creator>
				<category><![CDATA[Daily Fix]]></category>
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		<category><![CDATA[GoldenEye 007]]></category>
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		<description><![CDATA[Gerade trug ich in der OGDB einige Xbox Live Arcade-Portierungen nach. Eigentlich interessant, was für Klassiker dieses Jahr noch auf Xbox Live veröffentlicht werden. Da fiel mir GoldenEye 007 ein &#8211; eines der wenigen XBLA-Angebote, für das ich sogar in Erwägung gezogen hätte, ein bisschen Geld auszugeben. Aber dazu sollte es nicht kommen. Obwohl Rareware, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gerade trug ich in der <a title="OGDB" href="http://www.ogdb.de/" target="_blank">OGDB</a> einige Xbox Live Arcade-Portierungen nach. Eigentlich interessant, was für Klassiker dieses Jahr noch auf Xbox Live veröffentlicht werden. Da fiel mir <em>GoldenEye 007</em> ein &#8211; eines der wenigen XBLA-Angebote, für das ich sogar in Erwägung gezogen hätte, ein bisschen Geld auszugeben.<span id="more-190"></span></p>
<p>Aber dazu sollte es nicht kommen. Obwohl <a title="Offizielle Webpräsenz" href="http://www.rareware.com/" target="_blank">Rareware</a>, der Entwickler der N64-Originalversion, seit Jahren <a title="Microsoft Acquires Video Game Powerhouse Rare Ltd." href="http://www.microsoft.com/presspass/press/2002/sep02/09-24ProjectRPR.mspx" target="_blank">Microsoft gehört</a>, wird es <em>GoldenEye</em> wohl nie auf XBLA schaffen. Wie in einem kapitalistischen System üblich, spielte Geld dabei eine Rolle. Nintendo besitzt nämlich die Rechte an der ursprünglichen Fassung und Activision hat momentan die Bond-Lizenz inne. Letzteres wäre kein großes Problem, gescheitert ist das Vorhaben letztlich an Nintendos Veto. Spekulationen, ob tatsächlich finanzielle Uneinigkeit schuld war oder ob man der Konkurrenz die Veröffentlichung des Kultspiels einfach nicht gönnen wollte, überlasse ich den jeweiligen Fanboys. Fakt ist: Auch Nintendo würde <em>GoldenEye</em> gerne als WiiWare-Titel veröffentlichen, kann es aber nicht, weil Rare zu Microsoft gehört und somit ihrerseits einen Release blockiert.</p>
<p>Bedenklich fand ich allerdings den <a title="Why Did GoldenEye XBLA Stall?" href="http://www.1up.com/do/newsStory?cId=3165391" target="_blank">Kommentar</a> von Patrick Klepek auf 1UP zur Lizenzproblematik:</p>
<blockquote><p>From what we&#8217;re told, the best way to get this port back on track is to show Microsoft and Nintendo how badly you want it. If it all comes down to money, show &#8216;em that you want to give yours.</p></blockquote>
<p>Ich musste unweigerlich an einen Dialog aus <em>Snatcher</em> denken, den Gillian mit dem Operator einer Sex-Hotline führt:</p>
<blockquote><p>Operator: I&#8217;m just teasing ya honey. So what did ya call for? So, you&#8217;re interested in &#8220;Love&#8221;, huh?<br />
Gillian: Yeah, that&#8217;s right. Very interested, if you know what I mean.<br />
Operator: Oh yeah. I know what you mean. You want &#8220;LOVE&#8221;, don&#8217;t you?<br />
Gillian: YEAH, YEAH. LOVE, LOVE. Do you know where I can get some?<br />
Operator: Sure, baby, I know where you can get some. The question is how bad do you want it?<br />
Gillian: I want it real bad.<br />
Operator: How bad is bad?<br />
Gillian: Let me put it this way. If I was a cat, I&#8217;d be cleaning myself.</p></blockquote>
<p>Ich erinnere mich an eine Zeit, als Videospiele noch nicht so begehrt waren wie heute und Hersteller eine kreative Idee brauchten, um ihr Produkt zumindest 100.000 Mal über den Ladentisch zu bekommen. OK, nun belüge ich mich selbst: Man konnte auch einfach einen <em>Doom</em>- oder <em>Quake</em>-Klon auf die wachsende Zockergemeinde loslassen &#8211; war das Spiel intreressant oder wenigstens unterhaltsam, wurde es gekauft. Die Publisher mussten den Kunden ein für *sie* (gemeint sind die Kunden, nicht die Publisher) attraktives Angebot präsentieren, um mit selbigem eventuell (!) etwas Geld zu machen. Doch wie sieht es heute aus?</p>
<p>Im Juli 2008 kam der 4. Teil der Horror-Reihe <em>Zero</em> &#8211; im Westen besser bekannt unter dem Titel <em>Fatal Frame</em> bzw. <em>Project Zero</em> in Europa &#8211; für die Wii auf den japanischen Markt. <em>Zero: Tsukihami no Kamen </em> erhielt von der japanischen Presse überwiegend gute bis sehr gute, auf jeden Fall aber positive Wertungen (u.a. 34/40 von der Famitsu) und verkaufte sich in einem halben Jahr alleine in Japan respektable 63.000 Mal. Da die <em>Project Zero</em>-Franchise seit 2002 als feste Größe im Horror-Genre etabliert ist, könnte man denken, es wäre naheliegend, dass zumindest 2009 westliche Fans &#8211; wie ich einer bin &#8211; mit dem Titel beglückt werden. Falsch gedacht!</p>
<p>Ein nordamerikanischer Release wurde von Nintendo of America Anfang des Jahres dementiert. Das knappe <a title="Reggie Talks Wii: Not Paying For Exclusives, Avoiding The Japan Wii Slump" href="http://multiplayerblog.mtv.com/2009/04/02/reggie-talks-wii-not-paying-for-exclusives-avoiding-the-japan-wii-slump/" target="_blank">Statement</a> von Nintendo gegenüber MTV:</p>
<blockquote><p><strong>MTV Multiplayer:</strong> “Fatal Frame 4,” published by Nintendo in Japan. There’s been confusion and mixed signals about whether that’s coming to America.</p>
<p><strong>Fils-Aime:</strong> We are not the publisher of that title in the Americas. So I can’t comment on it… I don’t know if it has a publisher.</p></blockquote>
<p>Da Nintendo die <a title="Nintendo of America IS publishing Fatal Frame IV ... so why don't they know about it?" href="http://www.gamegrep.com/news/11907-nintendo_of_america_is_publishing_fatal_frame_iv_so_why_dont_they_know_about_it/" target="_blank">Veröffentlichungsrechte</a> an <em>Project Zero 4</em> besitzt, kann auch <a title="Offizielle Webpräsenz" href="http://www.tecmogames.com/" target="_blank">Tecmo</a>, westlicher Publisher der ersten drei <em>Project Zero</em>-Teile, nichts daran ändern, obwohl die Firma, <a title="Fatal Frame Never Coming to America?" href="http://wii.ign.com/articles/970/970875p1.html" target="_blank">laut eigener Aussage</a>, das Spiel gerne vertreiben würde. Gestern schließlich <a title="Sorry guys, Fatal Frame IV isn't coming to Europe either" href="http://gonintendo.com/viewstory.php?id=84422" target="_blank">zerstörte</a> Nintendo of Europe die Hoffnungen westlicher Horrorfreunde endgültig:</p>
<blockquote><p>One time envisaged for a May release, the localization of the game has been cancelled and the game will stay as an Japanese exclusive game.</p></blockquote>
<p>Der einzig vorstellbare Grund für Nintendo, auf eine Veröffentlichung im Westen zu verzichten, wäre die schlechten Verkaufszahlen von <em>Project Zero 3: The Tormented</em>. Es verkaufte sich dermaßen schwach, dass die Produktion rasch eingestellt wurde und ein vollständiges Exemplar auf eBay niemals unter 20 Euro den Besitzer wechselt. Ich selbst konnte den damaligen Misserfolg nicht verstehen: <em>Project Zero 3</em> hatte eine spannende Storyline und tolle Horror-Atmosphäre. Waren die Horror-Fans damals alle von <em>Resident Evil 4</em> (&#8216;Survival Action&#8217;, oh dear&#8230;) geblendet? War das Spiel für den Westen zu asiatisch? War es Tecmos beinahe nicht vorhandenes Marketing? Ich weiß es nicht.</p>
<div id="attachment_235" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://liquidsnake.consolepower.net/wp-content/uploads/2009/05/imageview05.jpg"><img class="size-medium wp-image-235" title="Ein Geist in Project Zero." src="http://liquidsnake.consolepower.net/wp-content/uploads/2009/05/imageview05-300x198.jpg" alt="Ein Geist in Project Zero." width="300" height="198" /></a><p class="wp-caption-text">Geister? Gibt es nicht - zumindest nicht im Westen.</p></div>
<p>Der Punkt ist: Nintendo ist eine Hure, die auch noch so schmutzige Sachen macht, solange sie dafür bezahlt wird. Fairerweise sei gesagt, dass sich nicht nur Nintendo so verhält. Kein Publisher veröffentlicht Spiele für die Fans, aus Idealismus oder Großherzigkeit. Was zählt, ist Cash. Harte Währung. <em>Project Zero</em> war in Japan immer schon beliebt. Sogar <em>Project Zero 3</em> (<em>Zero: Shisei no Koe</em>) war im Land der aufgehenden Sonne erfolgreich genug, um aufgrund seiner Verkäufe in die lokale Budget-Reihe (&#8216;PlayStation2 the Best&#8217;) aufgenommen zu werden &#8211; ein Privileg, das seinen westlichen Alter Egos verwährt blieb. Im Westen wäre ein Verkaufserfolg von <em>Project Zero 4: Mask of the Lunar Eclipse</em> &#8211; so der Arbeitstitel &#8211; höchst fraglich. Zugegeben.</p>
<p>Der gleichen Problematik sehen sich PS3-Besitzer derzeit hinsichtlich der jüngsten Ableger von Segas <em>Yakuza</em>-Franchise &#8211; dem japanischen Megaseller <em>Ryū ga Gotoku 3</em> und dem dort ebenfalls erfolgreichen Samurai-Spinoff <em>Ryū ga Gotoku: Kenzan!</em> &#8211; gegenüber. Im September 2008 brachte Sega <em>Yakuza 2</em> nach Europa, zwei Jahre nach dessen Japan-Debüt. Das Resultat hat der User Blerk auf <a href="http://www.vg247.com/2009/01/23/sega-no-plans-for-yakuza-3-western-release/17358/">VG247</a> gut erkannt:</p>
<blockquote><p><em>DaMan said:</em><br />
I think it will come out in Europe eventually.</p>
<p>the second one was released two years after the japanese version.</p></blockquote>
<blockquote><p><em>Blerk said:</em><br />
Yeah, and it sold round about 50 copies, DaMan. On a platform with a much larger install-base. I suspect that’s why they’re being cautious again.</p></blockquote>
<p>Wenig verwunderlich verkaufte sich <em>Yakuza 2</em> im Westen trotz der großen PS2-Hardwarebasis irrsinnig schlecht. Zu viel Zeit ist seit der Veröffentlichung des ersten <em>Yakuza</em> vergangen, sodass die meisten Spieler den Japano-Brawler längst vergessen haben. Außerdem erschien <em>Yakuza 2</em> quasi ohne jegliches Marketing. Hätte ich bei Sega etwas zu sagen, würde ich deren gesamte Marketingabteilung auf der Stelle entlassen. Für jedes beschissene <em>Sonic</em>-Game wird Werbung bis zum geht nicht mehr gemacht, obwohl deren Qualität sehr <a title="Search Results from Metacritic.com" href="http://www.metacritic.com/search/process?sort=relevance&amp;termType=all&amp;ts=sonic+unleashed&amp;ty=0&amp;x=0&amp;y=0" target="_blank">zu wünschen übrig lässt</a>, während Perlen wie <em>Yakuza</em> untergehen. Ähnlich &#8216;effiziente&#8217; Vermarktungsstrategien haben Sega <a title="Sega scraps the Dreamcast" href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/business/1145936.stm" target="_blank">nicht zum ersten Mal</a> geschadet&#8230;</p>
<div id="attachment_218" class="wp-caption aligncenter" style="width: 260px"><a href="http://liquidsnake.consolepower.net/wp-content/uploads/2009/05/imageview04.jpg"><img class="size-full wp-image-218" title="Kein Yakuza 3 für den Westen..." src="http://liquidsnake.consolepower.net/wp-content/uploads/2009/05/imageview04.jpg" alt="Kein Yakuza 3 für den Westen..." width="250" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;Habt ihr Yakuza 3?&quot; - &quot;Nope.&quot;</p></div>
<p>Zwar hat Sega eine mögliche Veröffentlichung der jüngsten Ableger ihres Gangster-Prüglers offiziell noch nicht völlig ausgeschlossen, gerade bei <em>Kenzan!</em>, das Spieler mit japanischen Legenden und altertümlichem Slang konfrontiert, dürfte in unseren Breitengraden nicht auf allzu viel Gegenliebe stoßen, da die meisten wohl an <a title="Bushido" href="http://www.kingbushido.de/" target="_blank">etwas anderes</a> denken, wenn sie von <a title="Bushidō auf Wikipedia (Deutsch)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bushid%C5%8D" target="_blank">Bushido</a> hören. Angesichts der miesen Verkaufszahlen von <em>Yakuza 2</em> sieht es für den 3. Teil aber ebenfalls nicht gut aus.</p>
<p>Das Ziel der Fans muss also sein, den Publishern ihre Kaufbereitschaft zu beweisen und ihnen zu zeigen, dass sich ihre Investition lohnen wird.</p>
<p>Was mir allerdings auf der schwarzen Seele brennt, ist die Frage: Wie zum Teufel stellt man das an?</p>
<p>Hätten Publisher, sagen wir, eigene Petitionen online, die von Fans unterzeichnet werden können, an die Bedingung &#8220;1 Million einzelne Unterschriften und wir veröffentlichen das Spiel bei euch&#8221; geknüpft, hätten Franchise-Anhänger eine faire Chance, ihre Entschlossenheit zu demonstrieren &#8211; so läuft es aber nicht. Tausend verschiedene Fan-Websites eröffnen tausend verschiedene Petitionen, sodass sich die Konzentration der Unterschriften zwischen den Seiten verliert. Zudem fehlt die offizielle Unterstützung der Petitionen durch den Publisher &#8211; was sie inoffiziell macht. Inoffizielle Petitionen erhalten niemals die Bachtung, die ihnen vielleicht zustände, sofern die Presse nicht die Werbetrommel für sie rührt, was in der Regel nicht geschieht. Somi sind Petitionen von vornherein zum scheitern verurteilt.</p>
<p>Was können Fans noch tun? Die Publisher anschreiben. An wen jedoch wendet man sich? An den Support? Nein, die interessiert das nicht. An die Pressestelle? Nicht zuständig. An die Geschäftsführung? Nein, zu beschäftigt. Leider zeigen sich die Publisher einmal mehr äußerst unkooperativ und bieten keine zentrale Anlaufstelle für derartige Anliegen. Auch hier verliert sich also die Konzentration der Mails, da bereitwillige Schreiber entweder durch den Zuständigkeitsdschungel abgeschreckt werden oder jeder seine Forderung an jemand anderen schickt, weshalb solche Aktionen ebenfalls zum scheitern verurteilt sind. Für Anrufe beim Publisher gilt selbiges.</p>
<p>Wir stellen fest: Die Publisher wollen unser Geld nicht, selbst, wenn wir damit vor den Nasen ihrer Manager herumfuchteln. Auch, würden sich genug Fans von <em>Project Zero</em> oder <em>Yakuza</em> zusammenrotten, um eine westliche Veröffentlichung lohnenswert zu machen &#8211; und ich bin felsenfest davon überzeugt, dass es soweit käme -, bekämen die Publisher davon nichts mit &#8211; wobei ich den Eindruck habe, dass es ihnen ohnehin egal ist, da sie nicht bestrebt sind, entsprechendes Feedback &#8211; wie Petitionen &#8211; zu fördern. Wirklich skandalös an der Sache ist nämlich, dass eine Veröffentlichung keine so massive Kostenfrage ist, wie sich die Publisher es einem weißmachen wollen.</p>
<p>Man muss bedenken, dass der Publisher in den wenigsten Fällen zugleich der <strong>Entwickler</strong> ist. Das zu veröffentlichende Spiel existiert also bereits. Was zu tun bleibt, ist die Lokalisierung (Englisch wäre ausreichend &#8211; wer in einer globalisierten Welt kein Englisch spricht, ist sowieso verloren), die Herstellung (Pressung, Ausstattung, Auslieferung), die Vermarktung (die, wie sich zeigt, kein unbedingtes Muss ist) und die Ermöglichung von Support. Einzig könnte sich die rechtliche Absicherung (z.B. die Einholung von Kennzeichen diverser Jugendschutzinstitutionen) als problematisch erweisen, da die Software ggf. an kulturelle Besonderheiten angepasst werden muss (siehe z.B. Deutschland und NS-Symbolik), was wiederum der Entwickler erledigen &#8216;darf&#8217;. Dennoch müsste sich der Aufwand international locker rentieren, und auch die Lokalisierung macht einen Publisher offenbar nicht arm, wenn man bedenkt, dass <em>Ryū ga Gotoku 3</em> sogar ins Koreanische übersetzt wurde, obwohl es weltweit garantiert mehr Leute gibt, die eine Englisch untertitelte Fassung kaufen würden.</p>
<p>Wenn sich der Trend fortsetzt, werde ich auf lange Sicht wohl japanisch lernen müssen. Ich möchte gerne wissen: Warum sind die meisten dieser <strong>VERDAMMTEN</strong> Spiele alle nur auf japanisch, obwohl viele davon auch in China, Singapur oder Korea verkauft werden? Mit englischen Untertiteln hätte ich kein Problem, die Publisher würden zusätzlich Geld durch die Exporte einnehmen und die Fans wären zufrieden. Das Leben ist aber scheinbar nicht so einfach. Lieber verzichtet man auf einige tausend abgesetzte Exemplare, als dass man ein paar Peanuts an die englische Übersetzung &#8216;vergeudet&#8217;.</p>
<p>Ich werde <em>Zero: Tsukihami no Kamen</em> und <em>Ryū ga Gotoku 3</em> trotzdem spielen, allerdings besorge ich sie mir gebraucht und billig auf eBay, wovon der Publisher nichts hat. Natürlich werde ich die Spiele auch nicht völlig genießen können, da ich ohne Guide bzw. Game Script dank der Sprachbarriere keinen Schritt tun kann. Es scheint aber, als wären die meisten Publisher wie die <a title="Drei Affen auf Wikipedia (Deutsch)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Drei_Affen" target="_blank">drei Affen</a> und sehen, hören und sagen nicht, was die Fans erwarten. Vermutlich würden sie es nicht einmal kapieren, wenn ein fanatischer Zocker eine ihrer in Japan gängigen Werbetafeln in die Luft jagt&#8230;</p>
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		<title>Rape me!</title>
		<link>http://liquidsnake.consolepower.net/2009/05/14/rape-me/</link>
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		<pubDate>Thu, 14 May 2009 20:31:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>LiquidSnakE</dc:creator>
				<category><![CDATA[As seen on TV]]></category>
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		<description><![CDATA[Welch ein Skandal: Gerade im prüden Amerika hat es Februar 2009 ein privaten Händler gewagt, das japanische Hentai-Spiel RapeLay auf der US-Website von Amazon zu veräußern! Selbstredend reagierte Amazon prompt und entfernte das Angebot aus ihrem Sortiment. Die Diskussion darum bzw. rund um japanische Hentai-Titel generell brachte diese Maßnahme allerdings nicht zum verstummen. In RapeLay [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Welch ein Skandal: Gerade im prüden Amerika hat es Februar 2009 ein privaten Händler gewagt, das japanische Hentai-Spiel <em>RapeLay</em> auf der US-Website von Amazon zu veräußern!</p>
<p>Selbstredend <a title="Amazon.com nimmt nach Protesten Rapelay aus dem Angebot" href="http://www.onlinewelten.com/games/news/52228-allgemeine-news-amazon-com-nimmt-protesten-rapelay-angebot/" target="_blank">reagierte Amazon prompt</a> und entfernte das Angebot aus ihrem Sortiment. Die Diskussion darum bzw. rund um japanische Hentai-Titel generell brachte diese Maßnahme allerdings nicht zum verstummen.<span id="more-55"></span></p>
<div id="attachment_75" class="wp-caption aligncenter" style="width: 207px"><a href="http://liquidsnake.consolepower.net/wp-content/uploads/2009/05/imageview02.jpg"><img class="size-medium wp-image-75" title="RapeLay - Covershot" src="http://liquidsnake.consolepower.net/wp-content/uploads/2009/05/imageview02-197x300.jpg" alt="RapeLay - Covershot" width="197" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Diese Händen gehören keinem Zombie...</p></div>
<p>In <em>RapeLay</em> übernimmt der Spieler die Rolle des Kimura Masaya, Sohn eines reichen Vaters. Da er meint, sich aufgrund der Macht seines alten Herrn alles erlauben zu können, belästigt er eines Tages ein junges Mädchen. Das lässt sich seine Frechheiten aber nicht bieten und zeigt ihn an, woraufhin er aufgegriffen und eingesperrt wird. Nachdem ihn sein Vater aus dem Gefängnis geholt hat, will sich der Protagonist an dem Mädchen rächen, indem er sie und ihre Familie (sie lebt mit ihrer Mutter und ihrer großen Schwester in einem Haushalt &#8211; Klischee, lass nach&#8230;) vergewaltigt&#8230;</p>
<p><em>RapeLay</em> wurde von <a title="Offizielle Webpräsenz" href="http://www.illusion.jp/" target="_blank">Illusion</a>, einem japanischen, für Erotik-Software bekannten Entwicklerstudio, programmiert und 2006 in Japan veröffentlicht. Dieser und ähnliche Titel sind dort keineswegs eine Kuriosität, sondern haben sogar ihr eigenes Sub-Genre: <a title="Eroge auf Wikipedia (Englisch)" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Eroge" target="_blank">Eroge</a>. Dessen Vertreter erlauben ihrem Nutzer die Auslebung meist stark überzeichneter Erotikfantasien &#8211; <em>RapeLay</em> bietet dazu ein zugegeben besonders anstößiges Szenario: das einer Vergewaltigung. Man lauert den Frauen erst auf und belästigt sie (indem man sie begrapscht, zu küssen versucht etc.), ehe man &#8216;ans Eingemachte&#8217; geht. Hört sich für unsere westlichen Ohren tatsächlich höchst verwerflich an. Ist es aber nicht. Denn die Art, wie der brisante Inhalt präsentiert wird, ist absolut lächerlich.</p>
<p>Zuerst kommt das Nachstellen. Darauf hätte Illusion verzichten sollen, da diese Spielphase dermaßen langweilig ist, dass viele, die nicht sehr neugierig (oder sehr pervers) sind, das Programm frühzeitig beenden. Wenigstens besteht nach kurzer Zeit die Möglichkeit, die &#8216;Stalker-Phase&#8217; zu skippen und zur nächsten überzugehen: dem (aktiven) Belästigen.</p>
<p>Nun darf man, durch Klicken und Ziehen der Maus, seinem Opfer endlich &#8216;näher kommen&#8217;. Man muss sie solange zwischen den Schenkeln reiben, ihnen an den Hintern fassen, die Brüste massieren der sie an anderen Stellen berühren, bis eine Anzeige am seitlichen Bildrand &#8211; quasi ein Erotik-Barometer &#8211; voll ist. Um die erotischen Fantasien des Anwenders zu beflügeln, fungieren prinzipiell stark frequentierte Orte wie volle U-Bahnwagons oder der Stadtpark als Schauplätze.</p>
<p>Haben wir unser Opfer soweit, folgt der Kern des Gameplays und Quell der Aufregung: die eigentliche Vergewaltigung.</p>
<p>Unter anderem zeigt sich spätestens an dieser Stelle, weshalb <em>RapeLay</em> unmöglich als &#8216;Simulation&#8217; betrachtet werden kann: Mitten in einem öffentlichen Park oder auf einem Bahnsteig können alle drei Frauen gleichzeitig missbraucht werden (jedenfalls im weiteren Spielverlauf), während es den Passanten egal ist. Zwar ist Japan hinsichtlich Sexualität und, wie mir gestern im Laufe eines Gesprächs versichert wurde, sexueller Belästigung wesentlich freizügiger als der Westen, dennoch kann ich mir kein nicht-virtuelles Szenario vorstellen, in dem kein Mensch einschreiten oder auch nur die Polizei rufen würde, wenn ein Mann drei Frauen an einem öffentlichen Platz zu sexuellen Gefälligkeiten nötigt. Zudem fangen die sexuelle Nötigung den Opfern nach einiger Zeit zu gefallen an, sodass sie Anweisungen bereitwillig Folge leisten und sogar zum Orgasmus gebracht werden können. Wer jetzt noch von einem &#8216;Simulator&#8217; spricht, sollte sich dringend eingehend über sexuelle Gewalt informieren.</p>
<p>Am &#8216;Akt&#8217; selbst ist nichts außergewöhnlich. Obwohl es die Medien gerne so darstellen, wird der Spieler bei der Vergewaltigung selbst nie aktiv, sondern agiert als reiner Voyeur, der seinen &#8216;Puppen&#8217; via Herumklicken Befehle erteilt. Der interaktivste Teil des Schauspiels ist das &#8216;Stoßen&#8217; durch Klicken mit der Maus &#8211; der Rest spielt sich ausschließlich über Optionsmenüs ab. Explizite Hardcore-Szenen gibt es ebenso wenig. Die &#8216;Intimsphären&#8217; der &#8216;Teilnehmer&#8217; werden zudem nur verpixelt dargestellt.</p>
<p>Das einzig wirklich Bedenkliche an <em>RapeLay</em> ist die Möglichkeit, die Frauen zu schwängern. Der Spieler hat zu diesem Zeitpunkt die Wahl, das Kind abzutreiben &#8211; tut er es nicht, wird Kimura von der werdenden Mutter vor eine U-Bahn geworfen. Man kann für oder gegen Abtreibung sein, doch dieses Element finde sogar ich verwerflich. Allerdings ist es mir im Endeffekt egal &#8211; wie der Rest des Spiels -, da es virtuell stattfindet. Und nur virtuell.</p>
<p>Ich möchte nicht missverstanden werden: Vergewaltigungen sind zweifellos eine hässliche Sache. Triebtäter sind eine Bedrohung für die Gesellschaft und gehören völlig zurecht weggesperrt. Damit hat <em>RapeLay</em> allerdings nichts zu tun. <em>RapeLay</em> dient einzig zur Befriedigung von Fantasien japanischer Hentai-Fans. Ich schreibe explizit &#8216;japanischer Fans&#8217;, weil <em>RapeLay</em> niemals <strong>offiziell</strong> außerhalb Japans vertrieben wurde. Es gab seitens Illusion keinerlei Anstrengung, eine Veröffentlichung außerhalb Japans zu erwirken. Aus diesem Grund ist das Spiel komplett in japanisch &#8211; die seit langer Zeit im Internet kursierende englisch untertitelte Schwarzkopie basiert auf einem von Fans erstellten &#8211; und damit inoffiziellen &#8211; Sprachpacket. Alleine deshalb ist der aktuelle Skandal eine einzige Farce: Warum regen sich die Amerikaner über Software auf, die nie für ihre Breitengrade gedacht war und deren Inhalt zudem in Japan auf&#8230; &#8211; sagen wir, höhere Akzeptanz stößt. Eine ähnliche (und ähnlich grundlose) Moralpanikreaktion gab es in Deutschland seinerzeit bei <em>Manhunt</em>, das dort ebenfalls nicht veröffentlicht wurde. Über den Import bekommt man beide, natürlich &#8211; mit einem Importverbot wird man sich im Zeitalter der Globalisierung allerdings schwer tun &#8211; von den zuvor erwähnten Schwarzkopien in Tauschbörsen ganz zu schweigen.</p>
<p>Erwartungsgemäß war es auch Deutschland, die Nummer 1 unter den europäischen Verteuflernationen neuer Medien, unmöglich, keine Stellung zu <em>RapeLay</em> zu beziehen. Ein <a title="RapeLay löst Proteste aus" href="http://www.schnittberichte.com/news.php?ID=1367" target="_blank">News-Artikel</a> &#8211; präziser, die fragwürdigen Reaktionen darauf &#8211; inspirierte mich schließlich zu diesem Blog-Eintrag. In den Kommentaren fordern zahlreiche User ein Totalverbot des Spiels (auch in Japan!) und rechtliche Schritte gegen den Entwickler. Begründung:</p>
<blockquote><p><span style="text-decoration: underline;">20. 11.05.2009 &#8211; 20:06 Uhr schrieb psychoflyer</span></p>
<p>also ich sehe es ähnlich wie die anderen 50% der poster hier.</p>
<p>einen solchen simulator braucht wirklich kein schwein.</p>
<p>wer ein solches spiel spielt hat einfach einen schaden.</p>
<p>und für die ganzen ist ja nur ein Spiel und egoshooter spielt ihr auch blablabla comments hier:</p>
<p>Ich denke es ist sehr wohl ein unterschied ob man ein Spiel zum Agressionsabbau hernimmt und animierte Figuren abknallt, als das man wenn auch nur animefraun vergewaltigt.</p>
<p>Vergewaltigungen egal ob in filmen oder spielen wiedern mich einfach an.</p></blockquote>
<p>Wow. Wenn &#8216;Killerspiele&#8217; auf dem deutsche Index landen, brodelt es jedesmal in der Community. Es wird geschrien, geflucht und gegen den &#8216;faschistischen Zensurstaat&#8217; gewettert. Jede Indizierung ist lächerlich, jede Beschlagnahme ein Armutszeugnis. Es gilt gemeinhin als unbegreiflich, weshalb Medien mit mehr oder weniger expliziter Gewaltdarsellung in Deutschland derart stigmatisiert werden &#8211; &#8220;Ist doch alles nur ein Spiel&#8221;. Kaum geht es aber um ein Thema, das sich mit den eigenen Wertvorstellungen nicht vereinbaren lässt, sind Verbote eine angenehme, akzeptable und erwünschte Lösung. Es geht doch nichts über Doppelmoral.</p>
<p>Ich habe <em>RapeLay</em> nicht gekauft und besitze auch keinen anderen H-Titel. Weiters leugne ich die Brisanz der Inhalte vieler solcher Spiele nicht (denn bedenkt man, was die japanische Erotikindustrie sonst zu bieten hat, sind <em>RapeLay</em> und die Handlungsmöglichkeiten, die es Konsumenten bietet, vergleichsweise harmlos). Trotzdem finde ich den Wunsch nach einem Verbot absurd. Euch widert <em>RapeLay</em>s Thematik an? Dann spielt es nicht. Ignoriert es &#8211; das verlangt ihr schließlich auch von Menschen, die (beispielsweise) Ego-Shooter anwidern. Vielleicht erkennen all jene, die nach einer moderne Bücherverbrennung für <em>RapeLay</em> schreien, nun wenigstens, wie es sich anfühlt, wenn man etwas verwerflich genug findet, um es verbieten lassen zu wollen und haben beim nächsten Mal, wenn ihnen jemand ihre geliebten &#8216;Killerspiele&#8217; und Splatterfilme wegnehmen möchte, ein bisschen Verständnis &#8211; obwohl ich es bezweifle.</p>
<h3>UPDATE, 03.06.2009:</h3>
<p>Bravo, Sitte und Moral haben gesiegt: Die japanische Industrie hat sich dem <a title="Rape Games Officially Banned In Japan" href="http://kotaku.com/5275409/rape-games-officially-banned-in-japan" target="_blank">internationalen Druck gebeugt</a>. Erotikspiele mit Vergewaltigungsthematik werden ab sofort nicht mehr verkauft. Die Welt ist nun ein Stück sicherer. Ich bin zuversichtlich, dass die Vergewaltigungsrate in Japan stark zurückgehen wird, mindestens so stark, wie die <a title="Kinderporno-Sperren im internationalen Vergleich" href="http://www.heise.de/newsticker/Kinderporno-Sperren-im-internationalen-Vergleich--/meldung/133295" target="_blank">Anzahl der Pädophilen</a> in Deutschland&#8230;</p>
<p>Schon gut. Es ist nicht zum Lachen. Es ist eher traurig. Ein besonderes Armutszeugnis ist aber das Verhalten vieler &#8216;Gorehounds&#8217; diesem delikaten Thema gegenüber. Man sollte meinen, dass (gerade in Deutschland) Videospieler und Filmfreunde wissen, wie es ist, wenn das eigene Hobby von anderen verteufelt wird&#8230; &#8211; doch ich wiederhole mich.</p>
<p>Nur so viel: Ignorante Heuchler, die auf ihnen missliebige Inhalte &#8216;plötzlich&#8217; ekelhaft moralinsauer reagieren, machen mich krank &#8211; Menschen wie die zahlreichen Kommentatoren auf <a title="Vergewaltigunsspiele in Japan abgeschafft" href="http://www.schnittberichte.com/news.php?ID=1415" target="_blank">Schnittberichte.com</a>. Für euch sollte ich hoffen, dass die deutsche Politik das endgültige Totalverbot von Medien, die &#8220;besonders realistische, grausame und reißerische Darstellungen selbstzweckhafter Gewalt beinhalten, die das Geschehen beherrschen&#8221;, auf den Weg bringt &#8211; jawohl, extra für euch! Vielleicht kapiert ihr es dann&#8230;</p>
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