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	<title>game0ver! &#187; Deutschland</title>
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		<title>Burn the Witch!</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Oct 2009 13:41:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>LiquidSnakE</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich finde es bemerkenswert, welch eigenartige Blüten die jüngste Killerspiele-Debatte in Deutschland treibt. Jahrelang scherzte ich, dass es irgendwann noch zu einer öffentlichen Killerspiele-Verbrennung kommen würde. Nun ist es soweit: Heute findet die vom Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden initiierte Aktion &#8220;Familien gegen Killerspiele&#8221; statt, in deren Zuge der bösartige &#8216;Schund&#8217; gesammelt und im Anschluss verbrannt werden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich finde es bemerkenswert, welch eigenartige Blüten die jüngste Killerspiele-Debatte in Deutschland treibt. Jahrelang scherzte ich, dass es irgendwann noch zu einer öffentlichen Killerspiele-Verbrennung kommen würde. Nun ist es soweit: Heute findet die vom <a title="Familien gegen Killerspiele" href="http://www.memo-software.de/aaw/index.php/aktionen/148-familien-gegen-killerspiele" target="_blank">Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden</a> initiierte Aktion &#8220;Familien gegen Killerspiele&#8221; statt, in deren Zuge der bösartige &#8216;Schund&#8217; gesammelt und im Anschluss verbrannt werden soll.<span id="more-610"></span></p>
<p>Allerdings war das, entgegen meiner ursprünglichen Annahme, keineswegs die erste Spieleverbrennung in der Bundesrepublik. Bereits 2002 wurden infolge des Amoklaufs von Erfurt unter dem Leitsatz &#8220;Macht kaputt, was uns kaputt macht!&#8221; Videospiele gesammelt und vernichtet. Obwohl mich der ganz nomale Wahnsinn meiner deutschen Nachbarn nichts angeht, wird mir angesichts einer solch unreflektierten und fanatischen Hexenjagt Angst und Bang.</p>
<p>Normalerweise bin ich der letzte, der, wie es auf vielen Gaming-affinen Websites beliebt ist, in Bezug auf die Aktionen von Spielegegnern mehr oder minder deplatzierte Vergleiche zur Ära des Nationalsozialismus zieht, aber Deutschland hat es wieder einmal geschafft, den Bogen zu überspannen.</p>
<p>Ich kann durchaus verstehen, dass nicht jeder mit dem derzeit vorherrschenden Zeitgeist einverstanden ist. Dies schließt die (inzwischen gar nicht mehr so) neuen Medien mit ein. Videospiele erfreuen sich großer Beliebtheit bei jung und alt, erreichen eine immer größer werdende Käuferschicht und bringen <a title="&quot;Brot und Spiele&quot;" href="http://www.orf.at/090122-34184/index.html" target="_blank">mehr Geld als Hollywood-Blockbuster</a> ein. Mit dem Klischee vom Computer-Nerd, dem &#8220;Social Outcast&#8221;, der den ganzen Tag vor dem Bildschirm verbringt, wurde gehörig aufgeräumt. Spätestens seit Erscheinen der Wii ist klar: Gaming ist keine soziale Randerscheinung mehr, sondern Mainstream. Gaming ist &#8216;hip&#8217;.</p>
<p>Da der Altersdurchschnitt der Spieler im Laufe der Jahre immer höher wurde, ist nachvollziehbar, dass auch Spiele mit nicht kind- oder jugendgerechtem Inhalt Absatz finden. Natürlich muss man diese Entwicklung nicht zwangsläufig gut heißen, aber können wir nicht trotzdem für einen Augenblick so tun, als wären wir zivilisiert? Soziale Ächtung, wie sie <a title="Schäuble: Virtuelle Welt baut Hemmschwellen ab / Künast: Killerspiele durch Diskussionen ächten" href="http://www.blogspan.net/presse/schuble-virtuelle-welt-baut-hemmschwellen-ab-knast-killerspiele-durch-diskussionen-chten/mitteilung/54421/" target="_blank">bereits gefordert</a> wurde, ist zwar nicht schön, aber immer noch die solideste aller denkbaren &#8216;radikalen&#8217; Protestmaßnahmen. Verbote greifen hingegen aktiv in die Gestaltungsfreiheit des Lebens anderer Menschen ein, was vor allem dann verabscheuungswürdig ist, wenn diese ihren Mitbürgern durch ihre Tätigkeit keinen Schaden zufügen. Aber ÖFFENTLICH VEBRENNEN? Sind wir denn im Mittelalter?</p>
<p>Um zum Nationalsozialismus zurückzukehren: In jeder, wirklich jeder Sendung über Nazi-Deutschland oder den Zweiten Weltkrieg taucht jemand auf, ein Zeitzeuge, Experte oder Politiker, der beteuert, das deutsche Volk &#8211; nein, die Welt &#8211; hätte aus den Jahren 1933-1945 gelernt. Im Anschluss wird meist beteuert, dass sich solch schreckliche Fehler, wie sie damals gemacht wurden, nie mehr wiederholen werden. Tatsache? Und was soll die heutige Aktion?</p>
<div id="attachment_630" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://liquidsnake.consolepower.net/wp-content/uploads/2009/10/208650.jpg"><img class="size-medium wp-image-630" title="Bücherverbrennung unter den Nazis" src="http://liquidsnake.consolepower.net/wp-content/uploads/2009/10/208650-300x220.jpg" alt="Verbrennung entarteter Killerspiele in Stuttg... - oh, halt, das war etwas anderes." width="300" height="220" /></a><p class="wp-caption-text">Verbrennung entarteter Killerspiele in Stuttg... - oh, halt, das war etwas anderes.</p></div>
<p>Die Nazis verbrannten Bücher, die sie als &#8216;undeutsch&#8217;, respektive &#8216;entartet&#8217; ansahen, auch solche, die, laut ihren Angaben, die deutsche Jugend verrohren bzw. zu unerwünschten Gedanken oder Verhalten verleiten könnten. Nichts anderes geschieht heute in Stuttgart. Die Initiatoren der Sammlung erachten Videospiele &#8211; zumindest manche, die nach <a title="Was darf in die Tonne?" href="http://stigma-videospiele.de/wordpress/?p=2957" target="_blank">willkürlichen Kriterien</a> ausgesucht werden &#8211; als Bedrohung gesellschaftlicher Werte, mehr noch, als mögliches Mordwerkzeug. Es versteht sich von selbst, dass der bösen, raffgierigen Industrie, die nichts anderes im Sinn hat, als dabei zuzusehen, wie sich Jugendliche in Deutschland gegenseitig über den Haufen schießen, demonstriert werden muss, dass ihr Angriff auf Sitte und Moral nicht hingenommen wird &#8211; je drastischer die Form des Protestes, desto besser. Das AAW fällt somit in die selben radikalen Verhaltensmuster zurück, von denen Deutschland angeblich geläutert ist. Noch dazu wurde das Trikot der deutschen Nationalmannschaft, das unter allen Teilnehmern verlost wird, <a title="DFB distanziert sich vom Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden" href="http://www.lars-haise.net/gaming/001173-dfb-distanziert-sich-vom-aktionsbuendnis-amoklauf-winnenden.html" target="_blank">laut DFB</a> dem AAW nicht dezidiert für ihre Veranstaltung zur Verfügung gestellt &#8211; es hätte ursprünglich karitativen Zwecken zukommen sollen.</p>
<p>Ich möchte damit nicht sagen, dass jede Modeerscheinung kommentarlos zu akzeptieren ist, aber als Gesellschaft muss ein für alle erträglicher Konsens gefunden werden. Eine öffentliche Verbrennung zeugt lediglich von zweierlei: blinder Aktionismus und Merkbefreiung. Es wird sich &#8211; speziell seitens der Leidensträger des Amoklaufs von Winndenden &#8211; so sehr in die Suche nach einem Schuldigen hineingesteigert, dass die Schuldfrage in den Hintergrund gerückt wird. Sie wollen Antworten, wollen wissen, wie es zu einer solchen Tat kommen konnte. Man möchte gerne ein Patentrezept für Verhinderung von Amokläufen und für die Wiederherstellung der glücklichen und sorgenfreien Jugendjahre (gab es die denn jemals, außer in den Köpfen der Generation 40 plus, die ihre längst vergangene Jugend zu idealisieren scheint?) finden. Auch ohne ein Psychologiestudium meine ich zu wissen: Niemand begeht leichtfertig einen Amoklauf. Tim K. war innerlich zumindest kaputt genug, dass ihm die schwerwiegenden Konsequenzen seines Handelns egal gewesen sind. Das hat definitiv nicht nur der <a title="Amoklauf von Winnenden: &quot;Far Cry 2 und Counter Strike haben den Tathergang beeinflusst&quot;" href="http://www.pcgames.de/aid,695255/Amoklauf-von-Winnenden-Far-Cry-2-und-Counter-Strike-haben-den-Tathergang-beeinflusst/PC/News/" target="_blank">Konsum von Far Cry 2</a> verursacht. Was sonst der Auslöser war? Ich weiß es nicht, denn ich kann keine Gedanken lesen. Vielleicht sah Tim K., wie Robert S. (<a title="Amoklauf von Erfurt (Wikipedia, de)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Amoklauf_von_Erfurt" target="_blank">Erfurt, 2002</a>), keine Perspektive mehr in seinem Leben? Vielleicht war er, wie Sebastian B. (<a title="Amoklauf von Emsdetten (Wikipedia, de)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Amoklauf_von_Emsdetten" target="_blank">Emsdetten, 2006</a>), ein Opfer des Spotts bzw. der Missachtung seiner Mitmeneschen? Vielleicht gibt es für Tim K. aber auch keinen Präzedenzfall und er handelte aus ganz anderen, der Nachwelt unbekannten Motiven heraus. Diese Frage zu stellen ist den Unterstützern des AAW aber offensichtlich zu mühsam: Sie wollen jemanden &#8211; oder etwas &#8211; für ihre getöteten Lieben am Galgen baumeln sehen. Aus diesem Grund sind sie auf &#8216;ihr&#8217; Feindbild fixiert und für Argumente der Gegenseite bzw. ein konstruktives Gespräch im allgemeinen unzugänglich. Jeder, der ihre Vision nicht teilt, arbeitet automatisch für die <a title="Beleidigende E-Mails wegen geplanter Aktion" href="http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2240620_0_9223_-aktionsbuendnis-winnenden-beleidigende-e-mails-wegen-geplanter-aktion.html" target="_blank">Computerspiel-Lobby</a>. Wut macht blind. Ich glaube nicht, verstehen zu können, was in diesen Menschen vorgeht, für mich steht aber fest: Sie tun das Falsche aus den falschen Gründen.</p>
<p>Muss eigentlich erst jemand Amok laufen oder totgeschlagen werden, damit die Gesellschaft aufhorcht und nachsicht, wie es um ihre Jugend bestellt ist?</p>
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		<title>Ground control to Major Tom &#8230;</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Jun 2009 20:08:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>LiquidSnakE</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sehr schön. Offenbar sollen in Deutschland die geplanten Internetsperren auch auf &#8216;Killerspiele&#8217; ausgeweitet werden &#8211; zumindest, wenn es nach dem CDU-Bundestagsabgeordneten Thomas Strobl geht. Wie seine Pläne genau aussehen, verriet er der Berliner Zeitung nicht &#8211; von der Sperrung &#8216;böser&#8217; Shop-Artikel bei Direct2Drive oder Steam bis zur Blockierung der Multiplayer-Server angeblich jugendgefährdender Spiele (die in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sehr schön. Offenbar sollen in Deutschland die geplanten Internetsperren auch auf &#8216;Killerspiele&#8217; <a title="CDU-Bundestagsabgeordneter erwägt Internetsperren für Online-Gewaltspiele" href="http://www.heise.de/newsticker/CDU-Bundestagsabgeordneter-erwaegt-Internetsperren-fuer-Online-Gewaltspiele--/meldung/140273" target="_blank">ausgeweitet</a> werden &#8211; zumindest, wenn es nach dem CDU-Bundestagsabgeordneten <a title="Offizielle Webpräsenz" href="http://www.thomas-strobl.de/" target="_blank">Thomas Strobl</a> geht. Wie seine Pläne genau aussehen, verriet er der Berliner Zeitung nicht &#8211; von der Sperrung &#8216;böser&#8217; Shop-Artikel bei Direct2Drive oder Steam bis zur Blockierung der Multiplayer-Server angeblich jugendgefährdender Spiele (die in Rest-Europa von der <a title="Offizielle Webpräsenz" href="http://www.pegi.info/" target="_blank">PEGI</a> teilweise ab 12 bzw. 16 Jahren freigegeben wurden, dertartig jugendgefährdend also nicht sein können &#8230;) wäre alles denkbar. Einen positiven Effekt hat dieses &#8216;Outing&#8217; allerdings: Es sensibilisiert das deutsche Spielervolk vielleicht *endlich* für die Problematik reiner Online-Distribution.<span id="more-117"></span></p>
<p>Ich bin leidenschaftlicher Spieler seit Jahrzehnten und besitze zwar keine gigantische, aber doch eine ansehliche Sammlung. Folglich habe ich prinzipiell lieber etwas &#8216;im Regal stehen&#8217;, was Grund genug ist, Angeboten wie Valves Steam-Client mit Skepsis zu begegnen. Anfangs hielt ich Steam für eine Modeerscheinung, die ebenso rasch wieder verschwinden würde, wie sie ihren Siegeszug antrat &#8211; Fehlanzeige! Über Steam wird ein Spiel heutzutage oftmals erfolgreicher als über konventionelle Retailer an den Mann oder die Frau gebracht. Die Steam-Community boomt. Dutzende Gamer erweitern täglich via Steam ihr Reportuare &#8211; ob ihnen bewusst ist, was sie damit bewirken?</p>
<p>Zum einen tragen sie &#8211; bewusst oder nicht &#8211; zur Veränderung das Erscheinungsbild des Computerspiels von einer langzeitlichen Investition hin zu einem kurzlebigen Wegwerfprodukt bei. Wenn Steam einen Titel plötzlich nicht mehr anbieten, ist er futsch &#8211; zusammen mit dem dafür bezahlen Geld. &#8220;Ist egal&#8221;, kommentiert der Steam-Kunde, &#8220;in ein paar Jahren kräht eh kein Hahn mehr danach&#8221;. Gaming-Veteranen könnten meinen, solch eine Aussage käme höchstens von der jungen Generation, die mit Steam und Co. aufwächst &#8211; falsch! Viele der früheren Retail-Käufer haben den neuartigen Weg der Verbreitung mit offenen Armen willkommen geheißen, denn er war einfach, unkompliziert und ließ sich bequem von zuhause begehen. Für mich ist diese Denkweise nicht nachvollziehbar &#8211; nicht nur aufgrund meiner Sammelleidenschaft.</p>
<p>Einige meiner Lieblingsspiele sind mehr als zehn Jahre alt, darunter die <em>Donkey Kong Country</em>-Reihe, <em>Snatcher</em>, <em>Resident Evil 2</em> und <em>Metal Gear Solid</em>. Ich spiele eines davon &#8211; und seit ich meine PlayStation Portable umgeflasht habe sogar alle, Emulation sei Dank &#8211; zumindest alle paar Monate. Das ist kein hohler Idealismus, sondern die Wahrheit: Ich liebe diese Spiele und verbinde mit ihnen bestimmte Phasen meines Lebens, meiner Jugend, meiner Kindheit. Natürlich sind heutige Spiele in vielerlei Hinsicht besser, vor allem in technischer, das macht Klassiker aber nicht weniger wertvoll. Jedes dieser Spiele ist, im Maßstab seiner Ära betrachtet, elitär &#8211; zumindest für mich. Bereits aus diesem Grund wäre es mir unmöglich, einfach zu akzeptieren, dass sie verschwinden, wenn eine Firma beschließt, die Server vom Netz zu nehmen. Das ist es aber, was heutigen Titeln, die ausschließlich online vertrieben werden, blüht: Das digitale Aussterben. Sofern sich kein neuer (legaler) Vertriebsweg findet, jedenfalls.</p>
<p>Ein anderer Grund für meine Skepsis wiegt mindestens so schwer: Entmündigung des Kunden durch Fremdbestimmung.</p>
<div id="attachment_469" class="wp-caption aligncenter" style="width: 300px"><a href="http://liquidsnake.consolepower.net/wp-content/uploads/2009/06/imageview03.jpg"><img src="http://liquidsnake.consolepower.net/wp-content/uploads/2009/06/imageview03-290x300.jpg" alt="Deutsche müssen draussen bleiben!" title="stoppschild" width="290" height="300" class="size-medium wp-image-469" /></a><p class="wp-caption-text">Deutsche müssen draussen bleiben!</p></div>
<p>Deutsche Nutzer von Steam wurden damit vermutlich bereits konfrontiert: Valve bestimmt, was gespielt werden &#8216;darf&#8217; bzw. wofür &#8211; für welche Fassung &#8211; Deutsche ihr Geld ausgeben. Damit der Jugendschutz nicht unterlaufen wird, führte Valve eine IP-Sperre für Steam ein &#8211; deutsche Kunden können nur im deutschen Steam-Shop kaufen und nur deutsche Versionen von den Steam-Servern herunterladen. In den deutschen Steam-Shop gelangt nur, was von der USK erfolgreich gekennzeichnet wurde. Erscheint ein Spiel nicht in Deutschland, gibt es folglich keine Möglichkeit, es über Steam zu beziehen. Erscheint es hingegen in zensierter Form, ist für User mit deutschem Provider auch nur diese Version verfügbar. Fazit: Nimmt die digitale Distribution überhand, findet &#8211; zumindest in Ländern wie Deutschland oder Australien &#8211; eine Bevormundung erwachsener Bürger statt, die ihresgleichen sucht.</p>
<p>Können oder wollen die Verteidiger von Steam diese Unzumutbarkeit nicht sehen? Ist es ihnen egal? In Anbetracht des <a title="UK-Version nicht aktivierbar! (Steam-THQ-Unsinn, die X.te)" href="http://forum.thq.de/viewtopic.php?t=15167" target="_blank">Saints Row 2-Skandals</a>, bei dem über Steam in Deutschland einzig die USK-geprüfte, schwer zensierte Fassung aktiviert werden kann (der Importversion wird die Aktivierung verweigert), ist das schwer vorstellbar. Warum kaufen sie aber trotzdem nach wie vor fleissig im Steam-Shop ein?</p>
<p>Der erste Schritt in Richtung reiner Online-Distribution ist jedenfalls gemacht. Im Konsolensektor spielt Sony dabei eine Vorreiterrolle, indem sie testet, wie weit der ausschließliche Bezug von Spielen als Download von der Kundschaft toleriert wird. Erste Experimente sind <em>Siren: Blood Curse</em> und <em>Patapon 2</em>, die in verschiedenen Teilen der Welt entweder als Retail-Medium oder Download erworben werden können. Und nun erscheint demnächst die <a title="PSP Go!: Offiziell angekündigt, Preis ist eine Frechheit" href="http://gamgea.com/2009/06/02/e3-2009-psp-go-offiziell-angekuendigt-preis-ist-eine-frechheit/" target="_blank">PSP Go!</a> &#8211; ein Handheld, der sich alleine auf Online-Distribution verlässt. Ich würde mir ja ein Scheitern von Sonys Plänen wünschen, aber das iPhone beweist, dass Videospiele in den Köpfen nicht aller, aber vieler Menschen tatsächlich zu Wegwerf-Unterhaltung verkommen sind &#8230;</p>
<p>Nachdem ich mich ein wenig ausgeheult habe, möchte ich zum eigentlichen Thema zurückkehren: Dieter Wiefelspütz&#8217; glorreicher Anregung, die Internetsperren doch auf &#8216;Killerspiele&#8217; auszuweiten. Sie bringt vor allem eine Person in eine ungünstige Lage: die deutsche Familienministerin Zens&#8230; &#8211; Ursula von der Leyen. Die hat nämlich erst vor kurzem Bedenken ihrer zahlreichen Kritiker zu zerstreuen versucht, die der deutschen Bundesregierung die geplante Etablierung einer Zensurinfrastruktur für das relativ freie Internet bescheinigten. Auf der einen Seite muss sie die Linie ihrer Partei halten &#8211; die <a title="&quot;Killerspiele stehen auf einer Stufe mit Drogen und Kinderpornografie&quot;" href="http://www.heise.de/tp/blogs/6/135602" target="_blank">Ansichten</a> der Union gegenüber &#8216;Killerspielen&#8217; ist allgemein bekannt -, auf der anderen Seite aber kann sie sich nicht leisten, an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Schließlich wäre da auch noch das vor allem Unionspolitikern in letzter Zeit höchst lästige Grundgesetz (inklusive <a title="Schäuble: Karlsruhe bei Onlinedurchsuchung nicht kompetent " href="http://www.golem.de/0903/65839.html" target="_blank">Verfassungsgericht</a>). &#8220;Eine Zensur findet nicht statt&#8221; &#8211; das tut sie durchaus, wenn bei reiner Online-Distribution Erwachsenen gezielt Waren vorenthalten werden, die von Gesetzeswegen her nicht illegal sind (sofern sie nicht gegen das StGb verstoßen). Ich bin allerdings nicht der einzige, dem diese Entwicklung Sorgen bereitet &#8211; auf Ursula von der Leyens <a title="direktzu.de/Ursula von der Leyen" href="http://www.direktzu.de/vonderleyen/" target="_blank">DirektZu-Portal</a> fordert Gregor Ottmann die Ministerin auf, <a title="Online-Vertrieb indizierter Medien" href="http://www.direktzu.de/vonderleyen/messages/21262" target="_blank">offen Stellung zu beziehen</a>. Ich erhoffe mir davon aber nur wenig, denn fachkundige Aussagen &#8211; oder gar Einsicht &#8211; sind keine Stärken von Frau von der Leyen, wie andere Beiträge zu ähnlichen Themen beweisen.</p>
<p>Das grundsätzliche &#8216;Verständigungsproblem&#8217; zwischen volljährigen Gamern und der Ministerin wird an dieser Stelle besonders deutlich: <a title="Jugendschutz oder Erwachsenen bevormundung?!" href="http://direktzu.de/vonderleyen/messages/20122" target="_blank">Jugendschutz oder Erwachsenen bevormundung?!</a></p>
<p>Abgesehen von seiner furchtbaren Grammatik fand ich Herr Regalos Nachricht gelungen. Die Essenz von Frau von der Leyens Antwort lässt sich jedoch in einem einzigen Satz zusammenfassen:</p>
<blockquote><p>Für mich als Familienministerin jedenfalls hat der Schutz von Kindern und Jugendlichen ganz klar oberste Priorität.</p></blockquote>
<p>Das ist der springende Punkt: Es ist von der Leyen egal, welche Opfer erwachsene Spieler zu bringen haben &#8211; völlig ungefragt, prinzipiell ungehört.</p>
<p>Ich kann mir schon denken, wie ihr Kommentar zu Herr Ottmanns gut gemeinter Anfrage lauten wird: Natürlich wird sie den schwarzen Peter den Firmen zuscheiben. Sie wird argumentieren, dass der Anbieter der jeweiligen Verkaufsplattform die Identität seiner Kunden durch Verfahren wie PostIdent prüfen könnte und dem Anbieten erwachsenengerechter Unterhaltung damit nichts im Weg stünde &#8211; wohl wissend, dass dies zwar in der Theorie zutreffend, in der Realität hingegen völliger Schwachsinn ist.</p>
<p>Von der PSP Go! ausgehend: Sonys PlayStation Network umfasst Millionen Teilnehmer &#8211; der logistische Aufwand, der entstünde, würde man die Volljährigkeit einzelner Mitglieder prüfen, stünde in keiner Relation zu dem aus Downloads in Deutschland erzielten Gewinn &#8211; von den allfälligen Rechtsunsicherheiten, die mit einer Indizierung einhergehen, einmal abgesehen. Allerdings entspräche ein solcher Kommentar streng genommen der Wahrheit: 18+-Medien <strong>könnten</strong> online vertrieben werden, kein Gesetz würde dies verhindern. Trotzdem werden Publisher die allseits verteufelte &#8216;Killerspiele&#8217; in Deutschland nicht einmal mit der Kneifzange anfassen &#8211; wie es bereits jetzt der Fall ist, siehe die Markplätze auf Xbox Live oder dem PlayStation Network &#8211; und damit eine subtile, doch offensichtliche Zensur ausgeübt, die juristisch betrachtet keine ist. Ich finde das genial &#8211; soetwas kann wirklich nur aus Deutschland kommen. Unsere heimischen Politiker sind <a title="Fekter: Online-Durchsuchung gegen Amokläufe" href="http://futurezone.orf.at/stories/1603528/" target="_blank">viel zu einfallslos</a> &#8230;</p>
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		<title>Ist Töten ein sportlicher Wettkampf?</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Jun 2009 06:21:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>LiquidSnakE</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ist mal wieder soweit. Deutschland möchte die Herstellung und den Vertrieb von &#8216;Killerspielen&#8217; verbieten &#8211; präziser, die deutschen Innenminister wollen es. Da diese aktuell mehrheitlich von Mitgliedern der Unionsparteien gestellt werden, ist das keine große Überraschung, schließlich ist der dort gängige Grundtenor eindeutig und so radikal, dass sich die eigene Parteijugend davon distanziert hat. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist mal wieder soweit. Deutschland möchte die Herstellung und den Vertrieb von &#8216;Killerspielen&#8217; verbieten &#8211; präziser, die deutschen Innenminister <a title="D: Innenminister für Verbot von Gewalt-Games" href="http://futurezone.orf.at/stories/1604021/" target="_blank">wollen es</a>. <span id="more-303"></span>Da diese aktuell mehrheitlich von Mitgliedern der Unionsparteien gestellt werden, ist das keine große Überraschung, schließlich ist der dort gängige <a title="&quot;Killerspiele sind wie Drogen und Kinderpornos&quot;" href="http://derstandard.at/?url=/?id=1237228923925%26sap=2%26_pid=12536218" target="_blank">Grundtenor</a> eindeutig und so radikal, dass sich die eigene Parteijugend <a title="Killerspiele: Junge Union gegen ein Verbot" href="http://www.gamona.de/games/killerspiele,junge-union-gegen-ein-verbot:news,1481337.html" target="_blank">davon distanziert</a> hat. Auf <a title="“Killerspielverbot” noch vor der Bundestagswahl?" href="http://stigma-videospiele.de/wordpress/?p=2030" target="_blank">Stigma Videospiele</a> ist bereits eine hitzige Debatte rund um die Hiobsbotschaft im Gange. Ein User <a title="Kommentar von Gunnar zu “Killerspielverbot” noch vor der Bundestagswahl?" href="http://stigma-videospiele.de/wordpress/?p=2030#comment-10281" target="_blank">postete</a> dort ein Antwortschreiben, das er vom Bundestagsabgeordneten <a title="Offizielle Webpräsenz" href="http://www.ingo-wellenreuther.de/" target="_blank">Ingo Wellenreuther</a> (CDU) bezüglich seiner Anfrage zur <a title="Turtle sagt E-Sport-Turnier in Karlsruhe ab" href="http://www.golem.de/showhigh2.php?file=/0905/67361.html" target="_blank">Absage des IFNG</a> erhalten hat. Insbesondere ließ mich folgender darin enthaltener Wortlaut aufhorchen:</p>
<blockquote><p>Kann man solch virtuelles Töten – so wie Sie in Ihrer Frage – als „sportlichen Wettkampf“ bezeichnen? Ich halte solche „Spiele“ für stil- und geschmacklos sowie mit meinem Werteverständnis und moralischem Empfinden für unvereinbar.</p></blockquote>
<p>Schön für ihn, er bräuchte sie ja nicht zu spielen. Soll er anderen ihren Spaß daran lassen. Doch ich schweife ab. Die Frage, um die es mir geht, ist eine nicht unwesentliche:</p>
<p><strong>Ist Töten ein sportlicher Wettkampf?</strong></p>
<p>Ich wäre geneigt, spontan mit &#8220;Ja&#8221; zu antworten. Töten war in der menschlichen Geschichte schon immer ein sportlicher Wettkampf &#8211; nicht unter den &#8216;barbarischen&#8217; Völkern, sondern erst recht in Hochkulturen. Hier ein Denkanstoß:</p>
<div id="attachment_318" class="wp-caption aligncenter" style="width: 223px"><a href="http://liquidsnake.consolepower.net/wp-content/uploads/2009/06/imageview0.jpg"><img class="size-full wp-image-318" title="Gladiator (Film)" src="http://liquidsnake.consolepower.net/wp-content/uploads/2009/06/imageview0.jpg" alt="Kinoplakat zu Gladiator" width="213" height="336" /></a><p class="wp-caption-text">&#39;Killerspiele&#39; in der Antike</p></div>
<p>Der Mensch ist zur Gewalt prädestiniert. Das ist kein Versuch einer Verteidigung, keine Pro-&#8217;Killerspiele&#8217;-Argument und erst recht kein Geheimnis, sondern eine Tatsache, man muss nur die Zeitung aufschlagen. Wir mögen uns für zivilisiert halten, trotzdem sind Krieg, Unterdrückung und Mord bittere Realität. Warum sucht man in Deutschland, diesen Umstand zu verschleien, anstatt alltäglicher Gewalt entschlossen gegenüberzutreten? Andererseits scheint &#8220;Aus den Augen, aus dem Sinn&#8221; das <a title="Bundeskabinett beschließt Gesetzesentwurf zu Kinderporno-Sperren" href="http://www.heise.de/newsticker/Bundeskabinett-beschliesst-Gesetzesentwurf-zu-Kinderporno-Sperren--/meldung/136556" target="_blank">neue Kredo</a> der deutschen Bundesregierung zu sein&#8230;</p>
<p>Dann aber besann ich mich auf meine eigenen Werte. Man muss diese Debatte nicht auf dem platten, simplifizierenden Niveau der Spielegegner führen. Eine Erkenntnis ist nämlich wichtig, will man einen verantwortungsbewussten Umgang mit Videospielen pflegen, deren Inhalt &#8211; in diesem Fall realistische und / oder starke Gewaltdarstellung &#8211; besonders explizit ist: Es ist nicht real. Weil es nicht real ist, kommt kein Mensch, kein Tier oder anderes Lebewesen dabei zu schaden. Wer &#8216;Töten&#8217; und &#8216;Videospiel&#8217; in einem Atemzug nennt, demonstriert somit vorwiegend mangelhafte Medienkompetenz. Wer nicht zwischen reell und virtuell zu unterscheiden gelernt hat, sollte meiner Ansicht nach überhaupt nicht spielen &#8211; weder <em>Manhunt</em>, noch <em>Super Mario Galaxy</em>.</p>
<div id="attachment_339" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://liquidsnake.consolepower.net/wp-content/uploads/2009/06/imageview01.jpg"><img class="size-medium wp-image-339" title="Ein Kind verbiegt Löffel - aus dem Film Matrix" src="http://liquidsnake.consolepower.net/wp-content/uploads/2009/06/imageview01-300x145.jpg" alt="&quot;Versuche, dir einfach die Wahrheit vorzustellen: Den Löffel gibt es nicht.&quot;" width="300" height="145" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;Versuche, dir einfach die Wahrheit vorzustellen: Den Löffel gibt es nicht.&quot; - aus dem Film &#39;Matrix&#39;</p></div>
<p>Die psychologische Wirkung von medialer Gewalt &#8211; nicht bloß in Videospielen &#8211; ist nach wie vor umstritten. Ich lasse sie für meine Argumentation außer Acht, da es &#8211; anders als von CDU-Politikern dargestellt &#8211; keinen unumstößlichen Beweis für die Existenz bzw. die Art ihrer Auswirkung gibt. Legt man mir eine Studie vor, in der bestätigt wird, dass brutale Videospiele die Hemmschwelle zur Gewaltanwendung senken, verweise ich auf zehn andere, die das Gegenteil besagen. Die hysterische Angst um Sitte, Moral und Werteverfall ist gerade in Deutschland jedoch nichts Neues &#8211; ich empfehe hierzu den Artikel &#8216;<a title="Normalität?" href="http://stigma-videospiele.de/wordpress/?p=1971" target="_blank">Normalität?</a>&#8216;, ebenfalls auf Stigma Videospiele zu finden. &#8216;Experten&#8217; konnten beinahe allem, was heute als medial akzeptiert gilt, etwas Negatives abgewinnen, weshalb ich Studien im Allgemeinen eher skeptisch betrachte&#8230;</p>
<p>Herr Wellenreuthers Frage ist trotzdem durchaus fundiert &#8211; immerhin pflegen deutsche Shooter-Fans, sich stets mit dem taktischen bzw. sportlichen Anspruch ihres Hobbys zu rechtfertigen. Nun mögen manche entgegnen, dass, beispielsweise, Schiessvereine doch wesentlich schlimmer seien, da dort der Umgang mit der Waffe &#8211; und damit die Auslöschung von Leben, denn einen anderen Zweck haben Schusswaffen unter&#8217;m Strich nicht, Sportsgeist hin oder her &#8211; in der Realität gelehrt und geübt würde. Das mag theoretisch der Wahrheit entsprechen, praktisch ist ein Vergleich hingegen unmöglich. Man lernt in Videospielen den Umgang mit der Waffe nicht &#8211; ebenso wenig, wie man in Schiessvereinen auf menschlich aussehende Zielscheiben feuert. Bei beiden Tätigkeiten gibt es (idealerweise) keine realen Opfer &#8211; so sehen das die Unionspolitiker aber nicht.</p>
<p>In gewisser Weise drängen sich Gamer selbst in die Ecke, indem sie sich hinter ihrem Wall aus &#8216;Taktik und Wettbewerb&#8217; verschanzen. Spielegegner reagieren darauf natürlich mit der Frage, weshalb Shooter derart brutal sein müssen, wenn es rein um die taktische bzw. sportliche Komponente geht? Warum beschweren sich viele Spieler über allfällige Gewaltzensuren (wie fehlendes Blut oder Splatter), die von Entwicklern oftmals für den deutschen Markt gemacht werden müssen? Warum &#8216;muss&#8217; überhaupt auf Menschen bzw. menschenähnliche Wesen gefeuert werden? Warum sind farbig markierte Zielscheiben nicht ausreichend, wenn es &#8216;nur&#8217; um Taktik oder Sportsgeist geht?</p>
<p>Dem haben ambitionierte Spieler nichts entgegen zu setzen &#8211; zumindest nichts, was ihre Position stärken würde, denn egal, was sie antworten, es würde ihnen zum Nachteil gereicht. Ein Argument, dem auch ich mich anschließe, wäre das der Atmosphäre. Steht man in <em>Call of Duty: World at World</em> auf den Schlachtfeldern des Zweiten Weltkrieges, wäre es wohl mehr als deplatziert, würde man auf bewegliche Zielscheiben schießen. Würden Verbotsgegner allerdings so argumentieren, fühlten sich die Befürworter bestätigt, da sich die Spieler offenbar in das Geschehen &#8211; und das Tötungsszenario &#8211; hineinversetzen (und ihnen in diesem Fall zugleich die Fähigkeit abgesprochen wird, zwischen Realität und Fiktion zu differenzieren). Das klappt also nicht. Das nächstbeste Argument wäre wohl die Vision der Entwickler. Die Entwickler eines Spiels haben sich (meist) etwas bei der Konzeption ihres Produktes gedacht. Wenn man in <em>Counter-Strike</em> die Bedrohung durch Terroristen eliminieren muss, wieso sollte man in Deutschland &#8211; und nur in Deutschland &#8211; Zielscheiben statt menschliche Models aufs Korn nehmen? Mit welchem Recht erklärt die Regierung, was Kunst ist bzw. welche Art Kunst schützenswert ist? Wieso ist das mehrfach ausgezeichnete <em>Counter-Strike</em>-Szenario laut deutschen Spielegegnern künstlerisch minderwertig?</p>
<p>Weil man auf virtuelle Menschen schießt. Darum. Damit wären wir beim wohl tragendsten Argument, das Gamer jedoch niemals in die öffentliche Debatte einbringen können, sofern sie von der breiten Öffentlichkeit nicht endgültig als potenzielle Psychokiller abgestempelt werden wollen: Die von Gewalt ausgehenden Faszination.</p>
<p>Ich kann mir schon vorstellen, was dir, werter Leser, gerade durch den Kopf geht: &#8220;So ein Blödsinn, mir ist Gewalt egal, ich brauche keine exzessive Gewaltdarstellung!&#8221;. Sag&#8217;, hast du dich jemals an einem Videospiel abreagiert, damit Frust oder Stress abgebaut? Ja? Stell&#8217; dir selbst folgende Frage: Wäre das ähnlich befriedigend gewesen, hättst du auf pinke Blöcke oder blinkende Zielscheiben geschossen und nicht auf virtuelle Monster oder Menschen? Na? Eben.</p>
<p>Ich möchte keine Lanze für Gewalt brechen &#8211; jedenfalls, wenn es um die Realität geht. Faktisch lehne ich Gewalt strikt ab. Ich ging in meiner Jugend Prügeleien stets aus dem Weg und wurde maximal aus Notwehr handgreiflich. Ich war nicht beim Bundesheer, hielt also noch nie eine echte Waffe in meinen Händen. Ich bin weder ein aufbrausender, noch ein aggressiver Mensch. Und genau deshalb ist mir unverständlich, was dagegen spricht, eben diese Ambitionen, die ich in der Realität nicht habe, in einem virtuellen Raum auszuleben, wo ich niemanden verletzen oder töten kann: Die meisten aller Spiele, die ich in den letzten 12 Monaten gekauft habe, wurden von der PEGI, dem BBFC oder der USK ab 18 Jahren freigegeben &#8211; ein Großteil wegen expliziter Gewaltdarstellung. Wo liegt das Problem? In anderen Medien ist Gewalt schließlich selbstverständlich.</p>
<p>Lange Zeit war es der &#8216;Staatsfeind Nr. 1&#8242; &#8211; das Fernsehen. Heutzutage laufen gewalthältige Actionfilme mit Van Damme oder Seagal zur Hauptsendezeit. Manchmal bekommt man auf deutschen Privatsendern sogar einen FSK 18-Film ungekürzt zu sehen. Natürlich wandert auch im Filmsektor jeden Monat einiges auf den Index, dennoch ist die Toleranz hier wesentlich größer. Warum? Weil sich das Fernsehen inzwischen als gesellschaftlich akzeptiertes Medium im täglichen Leben etabliert hat?</p>
<p>Was ist mit Hip Hop, &#8216;Gangster-Rap&#8217;? Ich spreche von Musik, die Frauen diskriminiert, partiell als Träger für Kriminalität, Drogenkonsum oder rassistisches Gedankengut fungiert und Gewalt als ultimativen Weg der Konfliktlösung glorifiziert. Zwar landen in Deutschland auch regelmäßig zu heftig ausgefallene Silberscheiben auf dem Index, dennoch darf der überwiegende Teil tagsüber auf MTV gezeigt oder im Radio gespielt werden. Selbst die BPjM versucht eine <a title="&quot;Porno- oder Gangsta-Rap&quot;: Was können Eltern tun?" href="http://www.bundespruefstelle.de/bmfsfj/generator/bpjm/Jugendmedienschutz-Medienerziehung/lese-hoermedien,did=111820.html" target="_blank">Positivprädikatisierung</a> und bezeichnet Gangster-Rap als &#8216;Lifestyle&#8217;, der nicht verboten werden sollte:</p>
<blockquote><p><strong>Muss ich meinem Kind Hip-Hop-Musik verbieten?</strong><br />
Nein! Die Hip-Hop-, Techno- und Skaterbewegung ist eine der größten Szenen in Deutschland und eine kreative, multikulturelle und integrative Jugendkultur. [...]</p>
<p>Hip-Hop ist mehr als Rap-Musik. &#8220;Hip-Hop spiegelt für viele Szenegänger ein ganzheitliches Lebensgefühl wider. [...] Hip-Hop gehört zur eigenen Identität und kann nicht einfach &#8216;abgeschaltet&#8217; werden. [...]</p>
<p>[...]</p>
<p>Ein Verbot für ein Kind, in einem Spektrum vieler Musikvorlieben bestimmte Hip-Hop-Musikstücke zu hören, mag relativ leicht durchsetzbar sein. Für die Mehrzahl der Jugendlichen sind aber mit der Vorliebe für Hip-Hop-Musik auch der Freundeskreis, ihr Freizeitverhalten sowie Kleidung und Accessoires verbunden. Daraus wird deutlich, dass wie immer im Erziehungsprozess viele sensible Aspekte gleichzeitig zu beachten sind und man behutsam vorgehen muss. Letztlich sind nur die Eltern in der Lage, die für ihr Kind passenden Entscheidungen zwischen Verständnis und Vertrauen zu treffen, aber auch Grenzen zu setzen.</p></blockquote>
<p>Geht es nur mir so, oder hat noch jemand den Drang, &#8216;Hip-Hop&#8217; bzw. &#8216;Rap&#8217; und &#8216;Musik&#8217; durch &#8216;Gaming&#8217; zu ersetzen?</p>
<div id="attachment_381" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://liquidsnake.consolepower.net/wp-content/uploads/2009/06/imageview02.jpg"><img class="size-medium wp-image-381" title="Sido" src="http://liquidsnake.consolepower.net/wp-content/uploads/2009/06/imageview02-300x260.jpg" alt="&quot;Lifestyle, Alta!&quot;" width="300" height="260" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;Lifestyle, Alta!&quot;</p></div>
<p>Nicht zu vergessen: Was ist mit Büchern? Bücher unterliegen keiner Alterskontrolle &#8211; wohl, weil die Politik darüber froh ist, dass Jugendliche überhaupt noch lesen. Ich wage zu bezweifeln, dass Clive Barker, Stephen King oder <a title="Feuchtgebiete auf Wikipedia (Deutsch)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Feuchtgebiete">Charlotte Roche</a> auf Jugendliche keine möglicherweise sozialethnisch desorientierende Wirkung haben. Und zu allem Überfluss ist ein Machwerk extremer Gewalt, Diskriminierung und Intoleranz sogar der größte &#8216;Bestseller&#8217; aller Zeiten&#8230;</p>
<p>Wir merken: Die allgemeine Aufregung rund um Videospiele ist primär durch ihre gesellschaftliche Nichtakzeptanz begründet. Dafür ausschlaggebend ist, unter anderem, sicherlich der Gewaltfaktor.</p>
<p>Manche Spiele brauchen Gewalt. Sie dient entweder der Atmosphäre, ist ein tragendes Element des Gameplay (und damit ggf. des Spielspaßes) oder wird derart übermäßig eingesetzt, dass einem das jeweilige Spiel hauptsächlich deshalb im Gedächtnis bleibt. Ich spiele derzeit <em>Stubbs the Zombie in Rebel without a Pulse</em> (das, zu meinem Erstaunen, nicht einmal indiziert ist!) auf der Xbox, für das eindeutig die Punkte 2 wie 3 gelten. Ohne die übertriebene, lächerlich anmutende Gewaltdarstellung wäre <em>Stubbs</em> ein langweiliges und uninspiriertes Actionspiel, nicht mehr. Reißt man einem amerikanischen G.I. den Arm aus, was von diesem mit einem Spruch wie &#8220;Aaah, I&#8217;ve never been disarmed!&#8221; oder &#8220;Hey, I liked that arm!&#8221; kommentiert wird, kann ich den Entwicklern nur für ihren schwarzen Humor gratulieren (von der interessanten Thematik abgesehen). Was wäre <em>Condemned: Criminal Origins</em> ohne seine realistische Gewalt? Eine surreale Geisterbahnfahrt, ein schlechter Klon von <em>F.E.A.R.</em>. Die Gewaltdarstellung &#8211; und damit meine ich nicht ausschließlich die vom Spieler ausgehende Gewalt, sondern auch die Angst vor den nicht minder brutalen Gegnern, die einem ebenso leicht den Kopf mit einem Stahlrohr einschlagen können &#8211; macht <em>Condemned</em> zu dem Horror-Juwel, das es ist, weil die Furcht erst aufgrund des hohen Realitätsgrades greifbar wird. Mein Kommentar auf die vorige Anmerkung, dass es egal sei, worauf man ballert, wenn es wirklich nur um Taktik oder Wettbewerbsgedanken geht, ist daher: Es ist <strong>NICHT</strong> egal. Denn ich verstecke mich nicht und gestehe, dass es eben NICHT ausschließlich darum geht.</p>
<p>Es wäre schön, könnten alle Fraktionen miteinander debattieren, ohne dass eine Seite von der anderen durch den Aufschrei der Empörung abgewürgt wird. Warum kann man, als Spieler, nicht offen zugeben, dass man – aus welchen Gründen auch immer, es müssen nicht die sein, auf die ich oben einging – auf Gewalt, Blut und Splatter in Spielen nicht verzichten möchte? Selbst, wenn man sich an der Gewalt an sich ergötzt &#8211; was ist daran schlecht, solange man virtuelle Gewalt nicht Realität werden lässt? Warum ist das fadenscheinige Argument des sportlichen Wettbewerbs nowendig? Spinnt man diesen Gedanken weiter, wird allerdings eine viel dringendere Frage aufgeworfen: Warum müssen sich Menschen, die niemandem Schaden zufügen, überhaupt für ihr Tun rechtfertigen?</p>
<p>Die meisten Gamer sind nicht gewaltbereit. Das ist es, was die Politik bei ihrer Panikmache gerne verdrängt. Auf einen Amokläufer kommen nicht Tausende, sondern Millionen friedliender Individien &#8211; Menschen, die arbeiten mit, sich vielleicht sozial engagieren, die selbst Eltern sind, &#8230; -, weshalb sich Leute wie Christian Pfeiffer von mir den Vorwurf der Polemik gefallen lassen müssen. Wenn man ein kulturelles Phänomen &#8211; was Videospiele zweifellos sind &#8211; und dessen Partizipanten über einen Kamm schert, weil sich einige wenige, die in ihren Leben erwiesenermaßen wesentlich größere Probleme als hatten, die Kontrolle verloren, dann ist das Polemik, schlicht und ergreifend. Auch ich könnte mich dieser Polemik bedienen, wie wär&#8217;s damit: Die Amokläufer haben sich nicht nur mit brutalen Spielen beschäftigt, sondern auch die Tagesschau gesehen &#8211; ho, ich erkenne ein Muster!</p>
<p>Ein Verbot ist mit Sicherheit der falsche Weg. Zum einen, weil Verbote mystifizieren. Es gibt schon heute zahlreiche Jugendliche, die den Index &#8211; der, seit es das Internet gibt, nicht mehr so geheim ist, wie es die BPjM gern hätte &#8211; als Einkaufliste und eine Liste B-Indizierung bzw. Beschlagnahme als Qualitätssiegel ansehen. Sobald bekannt wird, was dem Verbot zum Opfer fiel, werden sie die betroffene Software einfach aus P2P-Tauschbörsen heruntergeladen und somit in ihrem Vorhaben, sich Spiele, die laut Vater Staat für sie ungeeignet sind, anzueignen, nicht wesentlich behindert. Zum anderen wäre da die Europäischen Union und ihre allgemeine Zollfreiheit.</p>
<p>Du bekommst ein verbotenes Spiel in Deutschland nicht? Kein Problem &#8211; ausnahmslos alle EU-Staaten rund um Deutschland bieten die gesuchte Ware im freien Verkauf an. Für den Import ist meist nicht einmal eine Kreditkarte erforderlich. Die deutsche &#8216;Insellösung&#8217; wird folglich von außen nach innen ausgehöhlt. Man importiert eben 10-20 Stück eines Spiels und gibt es dann innerhalb seines Freundeskreises weiter. Dadurch macht sich der &#8216;Dealer&#8217; zwar offiziell strafbar, jedoch wird es mit beschlagnahmten Titeln seit jeher so gehandhabt. Es funktioniert &#8211; was man vom deutschen Jugendschutz nicht behaupten kann.</p>
<p>Dem ist dadurch nämlich nicht geholfen. Statt mehr Verbote und Vorschriften zu erlassen, sollte die deutsche Politik aufwachen und erkennen, dass ihre Strategie mit Index und Co. zum Zeitpunkt ihrer Einführung vielleicht aufging, als die Welt noch aus einem Haufen Nationalstaaten bestand. Heute, in einer Ära der Globalisierung und des Internets, ist es absolut weltfremd, anzunehmen, man könnte ein ganzes Volk mündiger, erwachsener Bürger, davon abhalten, eine bestimmte Gattung Medium zu rezipieren, wenn selbst die Jugend, die eigentlich geschützt werden sollte, nur müde darüber lächelt und ihre nächste Bestellung in einem österreichischen Onlineshop aufgibt oder, wenn das nötige Kleingeld fehlt und man ein wenig risikofreudig ist, rasch BitTorrent anwirft. Die fehlende Effizienz beim Jugendschutz ist allerdings nicht das größte Problem der aktuellen Verbotsforderung.</p>
<p>Vielmehr wird dadurch ein noch größerer Keil zwischen die &#8216;Generation Renter&#8217; und die, wie sie die Presse gerne bezeichnet, &#8216;Generation C64&#8242; getrieben. Die Befremdung zwischen beiden Gruppen ist ohnehin angespannt &#8211; sei es aufgrund der schleichenden Einführung von Internet-Zensur durch die <a title="Opfer stellen sich gegen Kinderporno-Sperren" href="http://www.computerbase.de/news/wirtschaft/recht_gesetz/2009/april/opfer_kinderporno-sperren/" target="_blank">Instrumentalisierung</a> von Missbrauchsopfern, das sture Verhalten der Regierenden, die, <a title="Wen interessiert schon Fachwissen" href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30435/1.html" target="_blank">gut gemeinten Hinweisen</a> zum Trotz, zielstrebig ihrem Kurs gen Abgrund folgen oder einer bedingt durch <a title="Für EU-Parlamentarier sind Fernsehen und Zeitungen noch immer wichtiger als das Internet" href="http://www.heise.de/tp/blogs/8/139880" target="_blank">unzeitgemäße</a> Sichtweisen unmöglich gemachten Identifikation mit den &#8216;Alten&#8217; als Repräsentanten oder Vorbilder. Und jetzt soll auch noch ein Teil ihrer Kultur kriminalisiert werden &#8211; dass vielerorts von einem neuen Generationskonflikt gesprochen wird, grenzt wahrlich an kein Wunder. Unter Umständen wäre sogar die Union in der Lage, die Problematik ihres Handelns zu erkennen, würden ihre Verantwortlichen über den Ausgang der kommenden Bundestagswahlen hinaus planen&#8230;</p>
<p>&#8216;Killerspiele&#8217; werden nicht verboten, weil sie gefährlich sind &#8211; sie werden verboten, weil die Damen und Herren an der Spitze sie nicht verstehen. Sie sehen nichts als Gewalt und virtuelles Blutvergießen, sind aber nicht in der Lage, hinter die Faszination zu blicken, welche die Spiele auf Millionen junger und junggebliebener Menschen ausüben. Was man nicht versteht, dem begegnet man, aus Angst vor dem Unbekannten, allzu gern mit Ablehnung und Intoleranz &#8211; ob berechtigt oder nicht. So war es bei &#8216;Schundromanen&#8217;, beim Radio, bei Comics, dem Rock&#8217;n'Roll, dem Kino, der VHS, bei Horrorfilmen &#8211; auch die interaktive Unterhaltung wird entteufelt werden, sobald eine neue Politikergeneration &#8216;ans Ruder&#8217; kommt, die damit aufwuchs. Leider wird es, wie ich Deutschland kenne, bis dahin ein neues Feindbild geben &#8211; Holo-Decks vielleicht? Ich kann schon die BILD-Schlagzeile vor meinem geistigen Auge sehen: &#8220;Innenminister für Verbot von Holo-Decks: &#8216;Verderben und verrohren Jugend&#8217;&#8221; &#8230;</p>
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		<title>Die neuen USK-Logos sind da</title>
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		<pubDate>Wed, 13 May 2009 15:32:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>LiquidSnakE</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>No kidding &#8211; Deutschland scheint nach Winnenden kein größeres Problem als den Jugendschutz zu haben: Obwohl die Logos der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle erst Sommer 2008 überarbeitet wurden und seither in der Größe eines Straßenschildes von deutschen Spiele-Covern strahlen (bei den Discs hatte der deutsche Staat dann wenigstens doch die Einsicht, dass das Logo rund 60% der bedruckbaren Fläche einnehmen würde, und verzichtete auf eine Beanstandung), erfolgte heute im Zuge einer Pressekonferenz der USK die Enthüllung des vor ein paar Monaten angekündigten Logo-Redesigns, das man mit wenigen Worten zusammenfassen kann: Die FSK lässt grüßen.<span id="more-25"></span></p>
<div id="attachment_42" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://liquidsnake.consolepower.net/wp-content/uploads/2009/05/imageview0.jpg"><img class="size-medium wp-image-42" title="Übersicht: Die neuen USK-Logos" src="http://liquidsnake.consolepower.net/wp-content/uploads/2009/05/imageview0-300x224.jpg" alt="Übersicht: Die neuen USK-Logos" width="300" height="224" /></a><p class="wp-caption-text">Übersicht: Die neuen USK-Logos</p></div>
<p>Die neuen USK-Logos sehen wie ihr FSK-Pendant aus, der Kern allerdings ist gewohnt rautenförmig. Die vorgeschriebene Größe von 1200&#215;1200 Quadratmillimetern wird beibehalten. Immerhin sind die Zahlen nun endlich deutlich erkennbar, auf die Rechtsbelehrung (&#8220;Freigegeben gemäß § 14 JuSchG&#8221;) wurde verzichtet und das missverständliche &#8216;Keine Jugendfreigabe&#8217; als 18+-Einstufung verworfen. Witzigerweise fehlt bei den 18er Logos das Wort &#8216;freigegeben&#8217; unterhalb der Zahl &#8211; ein Indiz dafür, dass der Inhalt des vorliegenden Titels böse ist, eigentlich <a title="Sachsen-Anhalt will mehr Jugendschutz bei Computerspielen" href="http://www.heise.de/ct/Sachsen-Anhalt-will-mehr-Jugendschutz-bei-Computerspielen--/news/meldung/137436" target="_blank">auf den Index gehört</a> und daher keine explizite  &#8216;Freigabe&#8217; verdient?</p>
<p>Da ich mich bekanntlich gerne damit brüste, kein Deutscher, sondern Österreicher zu sein, stellt sich die Frage, weshalb ich in meinem Blog über die Logos der mir verhassten USK berichte. Zum einen, weil ich &#8211; und ganz Österreich sowie die Schweiz mit mir &#8211; ganz solidarisch mit meinen deutschen Nachbarn leide, da manche Publisher sich weigern, eigene Cover mit dem PEGI-Logo für uns zu drucken. Während die einen in dieser Beziehung vorbildlich sind (Capcom, EA, Ubisoft, Microsoft, Sony, Nintendo), stellen uns die anderen (Activision, Atari, Sega) Spiele mit dem USK-Riesen in die Regale, das &#8211; um dem <a title="Wien führt Kennzeichnungspflicht für Computerspiele ein" href="http://help.orf.at/?story=8383" target="_blank">Wiener Jugendschutzgesetz</a> Genüge zu tun &#8211; oft nur mit einem PEGI-Sticker überklebt wird, zum anderen, weil die Logos einfach ein weiteres Kuriosum der deutschen Jugendschutz-Insellösung sind.</p>
<p>Ich bin schon äußerst gespannt, inwieweit sich die neuen Logos auf die Kaufgewohnheiten der Deutschen auswirken werden, insbesondere, ob dadurch weniger Jugendliche an Videospiele kommen, die von der USK als &#8216;ab 18&#8242; klassifiziert wurden &#8211; sofern ihnen die <a title="Galeria Kaufhof: Ab April 2009 keine USK 18-Spiele mehr im Sortiment" href="http://www.pcgames.de/aid,679158/Galeria-Kaufhof-Ab-April-2009-keine-USK-18-Spiele-mehr-im-Sortiment/PC/News/" target="_blank">Möglichkeit zum Kauf</a> gegeben wird, natürlich. Ich fände es amüsant, würden sich die Zahlen bestenfalls marginal ändern. Das bewiese nämlich meine Theorie, die besagt, dass es dem Großteil der gestressten, überarbeiteten und als Konsequenz desinteressierten Eltern, die froh sind, wenn ihr Kind sich selbst beschäftigt und ihnen einen Augenblick Ruhe gönnt, schlichtweg egal ist, was der deutsche Staat oder die USK ihnen diktiert (denn nichts anderes geschieht seit 2003). Daran würde selbst ein solches Szenario nichts ändern:</p>
<div id="attachment_43" class="wp-caption aligncenter" style="width: 221px"><a href="http://liquidsnake.consolepower.net/wp-content/uploads/2009/05/imageview01.jpg"><img class="size-medium wp-image-43" title="Das nächste Redesign der USK-Logos..." src="http://liquidsnake.consolepower.net/wp-content/uploads/2009/05/imageview01-211x300.jpg" alt="Das nächste Redesign..." width="211" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Das nächste Redesign der USK-Logos...</p></div>
<p>Das Hauptproblem der USK bleibt ebenfalls bestehen: Neue &#8216;Verpackung&#8217;, gleicher Inhalt. Die Urteile erscheinen nach wie vor sehr willkürlich, haben keinerlei Transparenz und sind &#8211; zumindest für mich &#8211; in den wenigsten Fällen nachvollziehbar. Dass der USK vorgeworfen wird, sie würde <a title="&quot;Killerspiele&quot;: Testkäufe, Verbote und strengere Altersfreigaben" href="http://www.netzwelt.de/news/79844-killerspiele-testkaeufe-verbote-und-strengere.html" target="_blank">zu lasch einstufen</a>, ist angesichts von Beispielen wie dem von <a title="Eva Cash: D.I.R.T. Project (Deutschland)" href="http://www.onlinegamesdatenbank.de/index.php?section=game&amp;gameid=18252" target="_blank">Fräulein Cash</a> ein Witz. Werte Ministerin v.d. Leyen, hier sollten Sie zur Abwechslung ansatzen: Wie wäre es, die USK endlich auf europäisches Niveau zu erheben und die deutschen Bürger &#8211; dazu ist die Jugend ebenso zu zählen &#8211; nicht als schwachsinniges Konsum- und Wahlvieh zu betrachten, sondern ihnen ein Minimum an Eigenverantwortung zuzugestehen. Denn ich bin sicher, &#8216;unser&#8217; Josef F. baute sein Kellerverlies nicht, nachdem er ein ähnliches in einem Videospiel gesehen hat&#8230;</p>
<p>Mir soll&#8217;s recht sein. Das einzige Spiel mit USK-Logo auf dem Cover, das ich seit letztem Frühjahr gekauft habe, war <em>Street Fighter IV</em> &#8211; und auch das einzig aufgrund eines verlockenden Angebotes&#8230;</p>
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