Dead Space: Downfall – In jedweder Beziehung überflüssig
Vor kurzem habe ich, nachdem mein Rechner endlich stark genug war, die PC-Version von Dead Space endlich durchgespielt. Einen Tag später sah ich mir das Prequel Dead Space: Downfall an. Vom Spiel war ich begeistert, vom Film weniger – Grund genug, eine kurze Filmrezension zu schreiben, die ich heute auf Amazon.de veröffentlichte.
Das Videospiel Dead Space gehört für mich zu den großen Überraschungshits der letzten Jahre. Nie hätte ich für möglich gehalten, dass gerade Electronic Arts, eine Firma, die nicht gerade für Innovation oder Kreativität bekannt ist, solch einen atmosphärischen, in sich stimmigen Survival Horror-Titel abliefern könnte! Da mir auch die Story von Dead Space zusagte, war klar, dass ich mir, nachdem ich das Spiel durch hatte, auch das filmische Prequel zu Gemüte führen würde. Die Zeit, die ich auf diesen Film verwendet habe, hätte ich besser darin investiert, in Dead Space einen zweiten Durchgang zu beginnen …
In Dead Space: Downfall wird erzählt, wie es dazu kam, dass das Bergungsschiff USG Ishimura von außerirdischen Lebensformen, den Necromorphs, übernommen wurde – sonst nichts. Man erfährt weder etwas Neues über die Charaktere, noch kann man der Geschichte als solche neue Seiten abgewinnen. Alles, was man in Downfall zu sehen bekommt, wird im Spiel in Form von Video- und Audiobotschaften erklärt – teilweise sogar in ausführlicherer Form, als es hier der Fall ist. Dabei hätte Downfall eine wahre Bereicherung für ‘Dead Space’-Fans sein können, hätte man sich bei der Planung ein paar Gedanken gemacht.
Da wäre zu allererst die Protagonistin, Alissa Vincent, von der man in Dead Space, obwohl sie Chefin der Ishimura-Security ist, noch nie etwas gehört hat. Warum musste eine neue Figur ins Spiel gebracht werden? Meines Erachtens wäre es wesentlich atmosphärischer gewesen, wäre Nicole, Isaacs Geliebte, zur Hauptfigur gemacht worden – zumal es so auch möglich gewesen wäre, den Werdegang bis zu ihrem Ende – dem Zeitpunkt, an dem sie das Video aufgenommen hat, das sich Isaac unentwegt ansieht – zu verfolgen, was für Kenner ein klares Plus gewesen wäre.
Ebenfalls zu kritisieren ist die unpassende Zeitraffer-Philosophie des Films. Ereignisse, die, laut den Dokumenten in Dead Space, zumindest ein paar Tage auseinander liegen, passieren hier binnen weniger Minuten. Auf diese Weise könnte in Downfall nicht einmal Stimmung aufkommen, wäre die Story besser. Oder der Zeichenstil.
Bei Downfall handelt es sich um einen Animationsfilm – was nicht zwangsläufig etwas Schlechtes bedeuten muss. Ich hätte es zwar besser gefunden, wäre daraus ein CGI-Film á Resident Evil: Degeneration gemacht worden, das wäre aber vermutlich zu teuer gewesen. Der Teufel steckt bei Downfall allerdings im Detail – präziser, in der Umsetzung. Der verwendete Zeichenstil, der mich ein wenig an frühe Xena-Comicstrips erinnert, ist nicht nur irrsinnig deplatziert, sondern stellenweise unfreiwillig komisch. Das dürfte bei einem Film, dessen Vorbild ein ernsthaftes Horrorszenario ist, eigentlich nicht passieren …
Dead Space: Downfall ist in jedweder Beziehung überflüssig. Kenner des Videospiels haben absolut keinen Grund, den Film zu sehen, da sie von ihm nichts erfahren, was sie nicht schon wissen. Neulingen, die Dead Space noch nie gespielt haben, rate ich prinzipiell von Downfall ab, sofern sie vorhaben, sich das Spiel noch zuzulegen: Der Film enthält am laufenden Band massive Spoiler, was zeigt, dass er sich primär an Fans von Dead Space richtet, weshalb umso unverständlicher ist, dass auf selbige nicht stärker eingegangen wird. Nicht zuletzt frage ich mich, welchem Genre Downfall eigentlich angehören möchte. Ein Horrorfilm ist es nicht, da er keine einzige richtige Schock-Szene beinhaltet. Die gesamte Handlung ist grauenvoll vorhersehbar, kein Klischee wird ausgelassen – pures Gift für den gelungenen Spannungsaufbau. Am ehesten würde ich Downfall als Actionfilm sehen, wenn auch als nicht besonders guten. Schade drum.
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